Filiale in München geplant
Tüv Rheinland säht Zweifel an Fusion

Der Tüv Rheinland hat Zweifel an der angestrebten Fusion mit dem Tüv Süd gesät. Denn Tüv-Chef Bruno Braun will nach dem Fall des Monopols zur Prüfung von Aufzügen sowie Dampf- und Druckbehälter nicht nur in Hamburg und Stuttgart - in den Gebieten der Konkurrenten Tüv Nord und Dekra - Filialen eröffnen, sondern auch in München, also am Sitz des möglichen Partners.

Seit Anfang 2008 dürfen die technischen Prüfdienste bundesweit uneingeschränkt diese Prüfleistungen erbringen. Bislang war dies nur im Vereinsgebiet möglich. Braun begründet die Expansion damit, dass die Fusion noch nicht in trockenen Tüchern sei. Denn bis zum 20. Juni prüfe das Kartellamt den Zusammenschluss zum zweitgrößten technischen Prüfkonzern der Welt. Möglicherweise drohen Auflagen. Ein Sprecher der Behörde wollte dazu nichts sagen. Anschließend müssen die Vereine zustimmen. Offenbar will Braun kein Risiko eingehen. "Der Pessimist ist manchmal der größere Optimist", sagte er. Er rechnet aber fest mit der Fusion.

Bei seiner vermutlich letzten Bilanz vor der geplanten Fusion legte der Tüv Rheinland das sechste Rekordergebnis in Folge vor. Der Umsatz stieg 2007 um über 9 Prozent auf 984,4 Millionen Euro, berichtete Vorstandschef Bruno Braun in Düsseldorf. Das Ergebnis vor Steuern legte sogar um 15 Prozent zu und erreichte im vergangenen Jahr 59,2 Millionen Euro. Die Umsatzrendite kletterte von 5,7 auf 6 Prozent.

Alle sechs Geschäftsbereiche der TÜV Rheinland-Gruppe konnten zulegen. Die Beschäftigtenzahl des Kölner Konzerns wuchs um gut 1700 auf weltweit fast 12 100 Mitarbeiter - die Hälfte davon ist in Deutschland angestellt. Das Inlandswachstum werde durch den Ingenieurmangel erschwert, sagte Braun.

Im Ausland wuchs die TÜV-Gruppe fast dreimal so stark wie im Inland. Damit erreicht der außerhalb Deutschlands erzielte Umsatz einen Anteil von 40 Prozent am Konzerngeschäft. Ein Drittel der Umsatzsteigerung war durch Zukäufe verursacht. Im Ausland erfolgte der bedeutendste Zukauf des vergangenen Jahres mit dem Erwerb des brasilianischen Prüfunternehmens Ductor SA, das rund 700 Mitarbeiter hat. In den Niederlanden erwarb der TÜV ein neues Crash-Test-Zentrum. Zudem wurden Millionen in den Aufbau neuer Laborkapazitäten in Köln, Indien, Japan, China und Vietnam investiert.

2008 will der Kölner Tüv die Umsatzmilliarde knacken. 2007 stieg der Umsatz um 9,1 Prozent auf 985 Mill. Euro und das Ergebnis vor Steuern um 15,4 Prozent auf 60 Mill. Euro.

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