Filialen werden geschlossen
Bertelsmann macht Buchclubs dicht

Der Medienkonzern Bertelsmann streicht seine Buchclubs drastisch zusammen. Nur die Keimzelle des Gütersloher Konzerns, der deutsche Club und dessen Schwesterfirmen im deutsch- wie französischsprachigen Raum, dazu die Buchclubs in Südeuropa bleiben von dem einst weltweiten Filialnetz übrig.

HB FRANKFURT. Das geht aus einem Brief von Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski an die Mitarbeiter der Buchclubsparte Direct Group vom Dienstag hervor, der Reuters vorliegt. Die Mitgliedschaft im Buchclub verpflichtet zum regelmäßigen Kauf von Büchern, CDs oder DVDs, die Mitglieder erhalten sie dafür aber zu günstigeren Preisen. Der deutsche Bertelsmann Lesering war 1950 gegründet worden, doch sinken die Mitgliederzahlen der Buchclubs. Trennen will sich der Konzern unter anderem von den Tochtergesellschaften in Großbritannien, Australien und Osteuropa sowie den flämischen Buchclubs in Belgien und den Niederlanden. "Mit dieser Entscheidung konzentriert sich Bertelsmann mit der Direct Group auf die großen Märkte in Europa", heißt es in dem Schreiben von Ostrowski. "Sie können sich darauf verlassen, dass wir den Verkauf mit Augenmaß und Weitsicht steuern werden", versprach er den Beschäftigten in dem Brief.

Zuletzt hatte Bertelsmann bereits die Buchclubs in den USA und Kanada an den Privatinvestor Najafi aus Phoenix im Bundesstaat Arizona verkauft. Auf sie hatte Bertelsmann in der Bilanz 2007 bereits den kompletten Wert von 414 Mill. Euro abgeschrieben. Der auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag taxierte Verkaufserlös könne daher als Gewinn verbucht werden, hieß es in mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen. Noch im April 2007 hatte Bertelsmann den US-Buchclub Bookspan übernommen. Auch aus China, Südkorea und Südamerika hatte sich der Konzern zurückgezogen.

Im Rahmen einer Neuordnung des Konzerns will Konzernchef Ostrowski Bertelsmann von Geschäften befreien, die wiederholt ihre Ziele verfehlen. Er hatte die Buchclubs daher im März auf den Prüfstand gestellt. Operativ verdiente die Direct Group 2007 nur noch zehn Mill. Euro, 100 Mill. Euro weniger als ein Jahr zuvor. Sie trug 13,6 Prozent zum Bertelsmann-Umsatz bei.

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