Finanzdienstleister
MLP mit Einbußen im Kerngeschäft

Die Schuldenkrise verunsichert die Deutschen. Die Finanzvertriebe MLP und OVB verzeichnen weniger Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten. Mit anderen Geschäftsfeldern wollen die Vertriebe Boden gut machen.
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FrankfurtEigentlich leiden die Finanzvertriebe unter der Zurückhaltung der Kunden - viele wollen sich in der Krise nicht mehr langfristig mit Altersvorsorgeprodukten binden. Trotzdem hat MLP die Erlöse in den ersten neun Monaten des Jahres um zwei Prozent auf 356,5 Millionen Euro gesteigert.

Grund hierfür ist vor allem das Geschäft in der Krankenversicherung. Da der Gesetzgeber den Wechsel in die private Krankenversicherung erleichtert hat, steigt die Nachfrage. Die Provisionserlöse stiegen um 44 Prozent auf 56,8 Millionen Euro. Bei der Altersvorsorge verzeichnete MLP in den ersten neun Monaten hingegen ein Minus von rund sieben Prozent auf 169,6 Millionen Euro. „Durch die Verwerfungen an den Kapitalmärkten, die Diskussionen über die europäische Schuldenkrise und die abkühlende Konjunktur hat sich das Umfeld im zweiten Halbjahr wieder verschlechtert und viele Anleger agieren zurückhaltend“, sagte MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg.

MLP hat einen verschärften Sparkurs eingeschlagen und will viele Stellen streichen. Die hohen Abfindungen für langjährige Mitarbeiter belasten das Ergebnis immer noch deutlich. Der Konzernüberschuss des Finanzdienstleisters aus Wiesloch sank in den ersten neun Monaten auf zwei Millionen Euro nach 12,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Nicht nur MLP leidet unter der zurückhaltenden Nachfrage der Kunden. Der Kölner Finanzvertrieb OVB erzielte in den ersten neun Monaten in Deutschland Vertriebsprovisionen von 50,4 Millionen Euro – das sind 1,7 Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum.

„Das Jahr 2011 ist aufgrund der Verunsicherung an den Kapitalmärkten durch die Euro-Schuldenkrise mit besonderen Herausforderungen verbunden“, sagte Wilfried Kempchen, Vorstandschef der OVB. Durch das Wachstum in anderen europäischen Ländern stiegen konzernweit die Vertriebsprovisionen allerdings um elf Prozent auf 162 Millionen Euro.

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