Finanzierung kommt angeblich voran
Bewegung bei Alliance-Boots-Übernahme

Nach einer wochenlangen Hängepartie im Zuge der Krise an den Kreditmärkten kommt die größte schuldenfinanzierte Übernahme in Europa nun offenbar wieder voran.

HB LONDON. Aus Finanzkreisen verlautete am Donnerstag, die Banken hätten für einen wichtigen Teil der Kredite zur Finanzierung des Kaufs der britischen Apothekenkette Alliance Boots durch den US-Investor KKR am Markt Käufer gefunden.

Mehr als die Hälfte der Mezzanine-Schulden von rund 1,1 Mrd. Euro sei an mehrere Investoren verkauft worden. Wegen der zunehmenden Risikoscheu der Anleger mussten die Banken aber einen Abschlag hinnehmen: Die Schulden wurden zu 95 Prozent des Nennwerts verkauft. „Wir kommen voran, es läuft, wenn auch langsam“, hieß es in den Kreisen. Die Deutsche Bank und die US-Investmentbank J.P. Morgan, die an der Finanzierung beteiligt sind, lehnten einen Kommentar ab.

Fortschritte beim Verkauf der Kredite wurden an den Handelsplätzen als Signal dafür gewertet, dass in den festgefahrenen Markt für fremdfinanzierte Übernahmen wieder Bewegung kommen könnte. Zahlreiche Deals von Beteiligungsfirmen liegen derzeit auf Eis, weil die Banken keine Käufer für die Kredite finden, mit denen die Finanzinvestoren die Übernahmen finanzieren. Insgesamt werden in diesem Zusammenhang für Kredite über rund 300 Mrd. Dollar Käufer gesucht. Die europäischen Aktienmärkte reagierten daher mit Kursgewinnen auf Nachrichten zu Fortschritten bei dem Alliance-Boots-Kauf.

KKR und die britische Apothekenkette hatten sich im April auf eine Übernahme im Volumen von mehr als 16 Mrd. Euro geeinigt. Die Institute mussten dann im Sommer wegen der Vertrauenskrise an den Kreditmärkten den Verkauf einiger vorrangiger Schulden zur Finanzierung des Geschäfts auf Eis legen. Wie es damit weitergeht, ist den Kreisen zufolge noch nicht entschieden worden.

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