Finanzierung
Tui verspricht Kredit für Hapag-Lloyd

Mit einem Darlehen will Tui die Liquidität seiner Containerschiff-Tochter Hapag-Lloyd sichern, um deren Verkauf voranzutreiben. Denn bisher ziehen sich die Verhandlungen hin und damit scheint auch der Rückerwerb der britischen Touristiktochter Tui travel vorerst ins Stocken geraten zu sein.

DÜSSELDORF. Europas größter Reisekonzern Tui müht sich, den Verkauf seiner Containerschiff-Reederei Hapag-Lloyd an das Hamburger Konsortium Albert Ballin sicherzustellen. Jetzt hat Tui ein finanzielles Zugeständnis angekündigt: Der Konzern will Hapag-Lloyd bei Bedarf mit einem Darlehen zu marktüblichen Konditionen unter die Arme greifen. Außerdem bleibt der Reisekonzern wie geplant mit einem Drittel der Anteile an der Reederei beteiligt.

Damit rückt aber der erwogene Rückkauf der Touristiktochter Tui Travel in weite Ferne. Die Firma, in der der britische Reiseveranstalter First Choice Holidays aufging, ist an der Londoner Börse notiert. Tui hatte den Rückkauf als Option für die Verwendung der Erlöse für den Hapag-Lloyd-Verkauf bezeichnet.

Das Darlehen für Hapag-Lloyd steht offenbar im Zusammenhang mit der Finanzkrise und soll die künftigen Eigentümer der Reederei bei der Unternehmensfinanzierung entlasten. Für eine Übergangszeit will Tui Mittel aus dem Verkaufserlös von zwei Mrd. Euro als Darlehen zur Verfügung stellen. Damit soll für Hapag-Lloyd eine von den Banken unabhängige Refinanzierung auf die Beine gestellt werden. Es gehe dabei nicht um einen Ausgleich für negative Geschäftsentwicklungen, erläuterte ein Tui-Sprecher. Es sei aber denkbar, dass einige der Banken vor dem Hintergrund der Kreditklemme beim bevorstehenden "Change of Control", dem Eigentümerwechsel bei Hapag-Lloyd, ihr Ausstiegsrecht nutzen würden.

In Hamburg war immer wieder spekuliert worden, das Konsortium, in dem maßgebliche Beteiligte der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne (Kühne & Nagel) und die Freie und Hansestadt Hamburg sowie das Bankhaus M. M. Warburg sind, dränge auf Senkung des Kaufpreises von 4,45 Mrd. Euro. Unter dem Eindruck der sich verschlechternden Marktsituation halten vor allem politische Kreise die Summe für überhöht.

Doch sowohl Tui als auch das Konsortium wiesen die Gerüchte über Nachverhandlungen zurück. Der Kaufvertrag sehe dies nicht vor, er werde in voller Höhe bezahlt, hieß es übereinstimmend. Dementiert wurde auch eine Spekulation der "Financial Times Deutschland", Tui zahle dem Konsortium ein Darlehen von einer Mrd. Euro, damit die Investoren überhaupt den Kaufpreis zahlen könnten.

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