Finanzinvestor Bolloré baut seine Beteiligung fast täglich weiter aus
Publicis zieht sich aus dem Rennen um Aegis zurück

Der französische Werbekonzern Publicis ist vorläufig aus dem Rennen um den britischen Media-Spezialisten Aegis ausgestiegen. Die Vorlage eines Angebots sei „derzeit nicht im Interesse unserer Aktionäre“, teilte Publicis Freitag Abend mit. Der britische Wettbewerber WPP bekräftigte dagegen, Gespräche mit einem Investmentfonds zu führen, um eine Bar-Offerte für Aegis vorzubereiten.

ali PARIS. Gleichzeitig baute erneut Vincent Bolloré, französischer Investor und Chairman des Werbekonzerns Havas, seine Beteiligung an Aegis aus. Bolloré hält nunmehr 17,38 Prozent am Aegis-Kapital. Aegis bucht unter anderem Werbezeiten und -plätze für die werbungtreibende Industrie. Ein Geschäft, in dem die Werbekonzerne WPP, Publicis und Omnicom weltweit führend sind.

Publicis gibt den Kampf um Aegis indes nicht endgültig auf. Der Konzern behält sich vor, seine Position zu revidieren, sollte ein anderes Unternehmen eine Offerte für Aegis vorlegen oder der Aegis-Verwaltungsrat ein Zusammengehen mit Publicis den Aktionären empfehlen, heißt es in der Mitteilung. Mit anderen Worten: Sollte Konkurrent WPP tatsächlich eine Offerte für den britischen Marketing-Spezialisten vorlegen, könnte Publicis mit einem Gegenangebot kontern. Ansonsten verbietet das britische Recht die Vorlage eines Übernahmeangebots für einen Zeitraum von sechs Monaten nachdem sich ein potenzieller Bieter offiziell zurückgezogen hat.

Damit liegt nun der Ball im Feld von Publicis-Konkurrent WPP. Dieser bekräftigte Freitag seine Absichten, an einer Übernahme von Aegis zu arbeiten – in Zusammenarbeit mit einem Fonds-Investor. „WPP ist in erster Linie an Synovate, der Marktforschungssparte von Aegis interessiert“, teilte WPP mit. Als wahrscheinlicher Partner bei der Übernahme gilt der Fonds Hellman an & Friedman; dieser könnte die Media-Einkaufs-Töchter von Aegis (Carat und Vizeum) behalten. Eine komplette Übernahme von Aegis durch WPP dürfte nach Ansicht von Marktbeobachtern auf kartellrechtliche Probleme stoßen. WPP erklärte ferner, dass es keine Garantie dafür gäbe, dass der Konzern tatsächlich ein Angebot vorlegen werde.

Frankreichs Unternehmensraider Vincent Bolloré wird bei dem Übernahmepoker um Aegis eine Schlüsselrolle spielen. Beinahe täglich baut er seinen Anteil an dem britischen Unternehmen aus; Donnerstag stieg sein Anteil auf 15,43 Prozent, Freitag meldete er, dass er bereits 17,38 Prozent besitzt. Über seine Absichten hüllt sich Bolloré, zugleich Hauptaktionär bei Havas, weiterhin in Schweigen. Havas könnte Aegis zur Stärkung seines Mediageschäfts gebrauchen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%