Finanzinvestor
Permira testet Rodenstocks Marktpreis

Der Brillenspezialist Rodenstock könnte bald einen neuen Eigentümer bekommen. Die Beteiligungsgesellschaft Permira prüfe derzeit einen Verkauf, bestätigten Branchenkreise am Montag in München einen Zeitungsbericht.

fas MÜNCHEN. Rodenstock und Permira wollten entsprechende Informationen am Montag nicht kommentieren.

Permira hält 85 Prozent an dem ehemaligen Familienunternehmen. Die Briten sind vor drei Jahren bei Rodenstock eingestiegen, die restlichen Anteile halten das Management und die Familie. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Großaktionär einen Verkauf geprüft, damals habe das Marktumfeld aber nicht gestimmt. Auch ein Börsengang wurde geprüft und verworfen. Jetzt habe Permira das Frankfurter Investmenthaus Drueker beauftragt, Angebote einzusammeln, heißt es. „Der Prozess ist ergebnisoffen“, sagt ein Beteiligter. „Permira kann an einen Finanzinvestor verkaufen, an einen strategischen Interessenten, oder Rodenstock vorerst weiter behalten“, heißt es in Branchenkreisen.

Rodenstock ist durch schwierige Jahre gegangen. Das Unternehmen, das sowohl Brillengestelle als auch Gläser fertigt, hat sich mit der Expansion auf dem US-Markt völlig verhoben, so dass Randolf Rodenstock 2003 teilweise, ein Jahr später mehrheitlich an Permira verkaufte. In diesen Jahren musste Rodenstock auch einen herben Umsatzrückgang auf dem deutschen Markt verkraften, nachdem Zuzahlungen für Sehhilfen kaum noch von Krankenkassen übernommen wurden. Der neue Vorstandschef Giancarlo Galli verlagerte die Gläserfertigung aus dem bayerischen Regen nach Tschechien. Insgesamt fielen im Konzern 500 Stellen weg. 2005 gelang die Wende, im ersten Quartal 2006 stieg der Umsatz um fast 17 Prozent, die operative Gewinnmarge liegt bei knapp 19 Prozent.

Rodenstock setzte im vergangenen Jahr 345 Mill. Euro um, bis zum Jahr 2010 sollen die Erlöse verdoppelt werden, auch durch Zukäufe. 80 Prozent der Umsätze machen die Münchener mit Gläsern. Während Rodenstock in Deutschland eine starke Stellung hat, dominieren international andere das Geschäft. Essilor in Frankreich machte zuletzt zwei Milliarden Euro Umsatz, die japanische Hoyer ist immer noch doppelt so groß wie die Deutschen. Auch bei Brillenfassungen ist Rodenstock international eher in der zweiten Reihe zu finden. Hier dominiert der italienische Luxottica-Konzern den Markt.

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