Finanzinvestor
Permira will „Käpt'n Iglo“-Kühlkost abstoßen

Finanzinvestor Permira will offenbar den Tiefkühlkost-Hersteller Iglo verkaufen. Kreisen zufolge könnte der Verkauf bis zu drei Milliarden Euro bringen. Credit Suisse soll mit der Suche nach einem Käufer beauftragt sein.
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London„Käpt'n Iglo“ heuert voraussichtlich bald auf einem neuen Schiff an. Der Finanzinvestor Permira hat sich Finanzkreisen zufolge für einen Verkauf des vor allem für seine Fischstäbchen bekannten Tiefkühlkost-Herstellers Iglo entschieden. Angesichts des großen Interesses anderer Finanzinvestoren habe Permira die Investmentbank Credit Suisse mit der Suche nach einem Käufer beauftragt, sagten mehrere Insider am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Permira könnte damit bis zu drei Milliarden Euro einnehmen. Eigentlich sollte Iglo 2012 an die Börse gebracht werden. Doch der Finanzinvestor glaube, mit einem direkten Verkauf mehr erlösen zu können, sagten die Eingeweihten.

Die ehemalige Unilever-Tochter Iglo gehört seit 2006 Permira. Damals hatte der niederländisch-britische Nahrungs- und Waschmittel-Konzern 1,7 Milliarden Euro erlöst, für weitere 805 Millionen Euro übernahm Permira auch noch die italienische Iglo-Schwester Findus, die ebenfalls mit einem Kapitän - „Capitan Findus“ - um die Gunst der kleinen Fischstäbchen-Käufer wirbt. In Großbritannien tritt Iglo unter der Marke „BirdsEye“ auf, das Unternehmen mit mehr als 1,1 Milliarden Euro Umsatz firmiert unter „Bird's Eye Iglo“.

Permira habe den operativen Gewinn (Ebitda) von Iglo 2011 auf 320 Millionen Euro getrieben, hieß es in den Kreisen. Das Neunfache davon könnte ein Verkauf bringen, bei einem Börsengang hätte es Iglo nur auf das Sieben- bis Siebeneinhalbfache gebracht. Allerdings fällt es Private-Equity-Firmen immer noch schwer, Milliarden-Übernahmen zu finanzieren, weil die Banken mit großen Krediten knausern.

Unter anderem hätten Blackstone, BC Partners und Cinven die Fühler nach Iglo ausgestreckt, hieß es in den Kreisen. Permira hoffe auch auf Interesse aus Asien, im besonderen von der chinesischen Bright Food, die bereits um den Snack-Hersteller United Biscuits buhlt. Europäische Nahrungsmittel-Konzerne wie Nestle und Unilever gelten als uninteressiert - sie hatten ihr Tiefkühlgeschäft wegen der schrumpfenden Märkte schließlich an Finanzinvestoren verkauft. Auch der Finanzinvestor Lion Capital, dem seit 2008 das frühere Nestle-Tiefkühlgeschäft unter dem Namen Findus Group gehört, komme als Käufer kaum in Frage, weil er selbst verkaufen wolle.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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