Finanzinvestor Ripplewood übernimmt Honsel-Gruppe
Carlyle verkleinert sein Zuliefer-Portfolio

Die US-Investorengruppe Carlyle Group trennt sich nach fünf Jahren von ihrer Beteiligung Honsel International Technologies S.A.R.L. (HIT). Übernommen wird der deutsch-kanadische Autozulieferkonzern von einem anderen Investoren-Haus, der ebenfalls amerikanischen Ripplewood Holdings LLC. Zum Kaufpreis machten die Firmen es keine Angaben.

wb/jkn FRANKFURT. Im Markt ist die Rede von 625 Mill. Euro. Branchengerüchte über den anstehenden Verkauf, die bereits im Frühjahr dieses Jahres kursierten, wollten von mindestens 700 Mill. Euro für das 80-Prozent-Paket wissen. Gregor Böhm, Managing Director von Carlyle, sagte lediglich: „Wir haben unser eingesetztes Kapital mehr als verdoppelt“.

Mit Honsel verkauft Carlyle eine seiner drei deutschen Zuliefer-Beteiligungen – außer dem Leichtmetall- Verarbeiter hält die Investorengruppe noch Anteile am Dieselzündungs-Spezialisten Beru und an der Edscha-Gruppe, die Pedale, Dach- und Tür-Elemente herstellt. In Börsenkreisen war immer wieder die Vermutung laut geworden, Carlyle wolle seine Zulieferer unter einem Konzerndach zusammenfassen und danach an die Börse bringen.

Nach Angaben von Böhm hätte Carlyle einen Börsengang von Honsel nur in Verbindung mit einem Doppellisting in den USA unternommen. „Dazu hätte man aber erst das dortige Geschäft stärker ausbauen müssen“, sagte Böhm. Marktbeobachter vermuten, dass Carlyle Honsel verkauft hat, weil das Private- Equity-Haus erfolgreiche Verkäufe aus dem bestehenden Portefeuille präsentieren muss. Der Finanzinvestor ist derzeit dabei, frische Gelder einzuwerben.

Für die Ripplewood-Investoren, die bisher in den USA und Japan – unter anderem mit dem Kauf und sehr profitablen Wiederverkauf von Japan Telecom – Furore machten, ist HIT das erste Engagement in Deutschland. Ein erster Versuch, hier Fuß zu fassen, war 2002 fehlgeschlagen. Damals wollte Ripplewood mit dem Investment-Banker Christopher Flowers die Bankgesellschaft Berlin übernehmen. Zwar hat Ripplewood im Bereich Autozulieferer derzeit kein anderes Unternehmen im Portfolio. Doch dies kann sich rasch ändern, da diverse Firmen zum Verkauf stehen.

Mit dem ersten öffentlichen Übernahmeangebot eines Private- Equity-Hauses in Deutschland war Carlyle 1999 in die Honsel AG eingestiegen, die mehrheitlich der Familie Honsel gehörte. Die Amerikaner zahlten rund 170 Mill. Euro. Im Jahr 2000 verleibte sich der Investor zudem für rund 195 Mill. Euro den kanadischen Leichtmetallverarbeiter Amcan Consolidated Technologies Corp. (ACT) ein, um ihn mit Honsel unter dem Dach der Luxemburger Holding HIT zusammenzuführen.

Im vergangenen Jahr setzte der 5 600-Mitarbeiter-Konzern weltweit 813 Mill. Euro um – 2001 waren es noch 910 Mill. Euro. Zum Umsatz 2003 trug Honsel allein rund drei Viertel bei. Schwerpunkte des Geschäfts sind Druckgussteile (zum Beispiel Zylinderköpfe, Kurbel- und Getriebegehäuse) aus Aluminium- und hochwertigen Magnesium-Legierungen.

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