Finanzinvestor
Vedder klinkt sich bei Praktiker-Rettung aus

Sie wurden sich nicht einig: Finanzinvestor Clemens Vedder und sein Fonds sind bei der Baumarktkette aus dem Rennen. Für den überraschenden Ausfall steht allerdings auch schon zweifacher Ersatz bereit.
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FrankfurtBei der Rettung des Baumarktkonzerns Praktiker bleibt der Finanzinvestor Clemens Vedder überraschend außen vor. Sein Whitesmith-Fonds werde nun doch nicht wie geplant die lebensnotwendige Kapitalerhöhung mit bis zu 30 Millionen Euro garantieren, teilte Praktiker am Montag mit. Man habe sich mit dem umstrittenen Vedder nicht einigen können. Für ihn springen die österreichische Donau Invest, die den bisherigen Großaktionären nahe steht, und die Hamburger Berenberg Bank in die Bresche. Sie würden die neuen Aktien fast komplett zeichnen, wenn andere Aktionäre von Praktiker nicht zugreifen.

Praktiker will in dieser Woche den Startschuss für die Kapitalerhöhung geben, die ein wesentlicher Baustein des Sanierungskonzepts ist. Vorher muss aber das Oberlandesgericht Saarbrücken die Umsetzung der Beschlüsse der Hauptversammlung freigeben. Dort sind mehrere Anfechtungsklagen von Aktionären anhängig. Auf dem turbulenten Aktionärstreffen Anfang Juli hatten Vorstand und Aufsichtsrat den Sanierungsplan mitsamt der Kapitalerhöhung durchgesetzt. Ebenfalls vorgesehene Sanierungskredite hat sich der Konzern mittlerweile gesichert.

Donau Invest gehört der De Krassny Privatstiftung von Alain de Krassny. Er ist der Ehemann der Fondsmanagerin Isabella de Krassny, die den zyprischen Praktiker-Großaktionär Maseltov vertritt. Verbunden ist Isabella de Krassny auch mit der Semper Constantia Privatbank, die ein Sanierungsdarlehen für Praktiker organisiert hat. Donau Invest habe seine Garantie auf 35 von 20 Millionen aufgestockt.

"Praktiker geht davon aus, dass Donau Invest nicht nur einen wesentlichen Beitrag für den Erfolg der Kapitalerhöhung leisten kann, sondern (ihr) als Ankeraktionär eine wichtige Funktion für die Begleitung und Unterstützung des Restrukturierungsprozesses zukommen wird", teilte das Unternehmen mit. Die Berenberg Bank, die die Kapitalerhöhung auch organisiert, will notfalls Aktien für bis zu 25 Millionen Euro zeichnen. Bisher hatte die Hamburger Privatbank 20 Millionen Euro garantiert.

Die neuen Praktiker-Aktien sollen je 1,08 Euro kosten. Mit der Ausgabe von 58 Millionen Anteilsscheinen würde Praktiker sein Grundkapital in etwa verdoppeln. An der Börse schnellten die Baumarkt-Papiere am Montag um mehr als sechs Prozent in die Höhe auf 1,31 Euro.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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