Finanzinvestoren-Übernahme unwahrscheinlicher
VNU-Aktionär formt Widerstand gegen Kauf

Die Asset-Management-Firma Knight Vinke, wichtiger Anteilseigner des niederländischen Marktforschungs- und Informationskonzerns VNU hat gestern das offiziell vorgelegte Übernahmeangebot einer Gruppe von Finanzinvestoren als zu niedrig abgelehnt.

FRANKFURT. Wie das Unternehmen mitteilte, sei die gebotene Offerte von 28,75 Euro pro Aktie um sieben bis zwölf Euro, beziehungsweise 25 bis 40 Prozent zu niedrig.

„Es gibt keinen Grund für VNU-Anteilseigner, diesen Wert einem Private-Equity Konsortium zu überlassen“, heißt es in dem Schreiben. Die Hauptversammlung von VNU entscheidet am 18. April über das Angebot. 95 Prozent der Aktionäre müssten zustimmen, damit die restlichen Anteilseigner auf dem Wege eines so genannten Squeeze-Out herausgedrängt werden können.

Gestern morgen hatte Valcon Acquisition BV, ein Konsortium von Finanzinvestoren, wie geplant das offizielle Übernahmeangebot vorgelegt, das VNU mit 7,5 Mrd. Euro bewertet. Zu Valcon gehören AlpInvest Partners, Blackstone, Carlyle, Hellman & Friedman, Kohlberg Kravis Roberts & Co und Thomas H. Lee Partners. Die Geschäftsleitung von VNU hatte ihren Aktionären die Annahme im vergangenen Monat empfohlen. Neben Knight Vinke hatte damals allerdings auch schon Fidelity International als weiterer großer Einzelaktionär durchblicken lassen, dass der Preis zu niedrig sei. Damit dürften 95 Prozent Zustimmung nicht erreicht werden, da Fidelity früheren Angaben zufolge rund 15 Prozent an VNU hält.

Knight Vinke rief gestern die übrigen VNU-Aktionäre auf, sich zum gemeinsamen Widerstand zu organisieren. Juristischer Berater der Anteilseigner ist in diesem Fall die Anwaltskanzlei MacKenzie Partners in London.

Außerdem strebt der 47jährige Eric Knight, Chairman und Mitbegründer von Knight Vinke Asset Management an, sich für den Fall, dass ein Sitz frei wird, in den Aufsichtsrat wählen zu lassen. VNU nahm zu dieser Frage bis Redaktionsschluss nicht Stellung.

Kommt die Übernahme nicht zustande, dürften einige Mitglieder des Vorstandes zurücktreten, wie VNU-Finanzchef Rob Ruijter schon angekündigt hat. Zudem muss VNU laut Vertrag dann auch 30 Mill. Euro an das Finanzkonsortium zahlen.

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