Fipronil

Zwei Manager im Eier-Skandal festgenommen

Im Zuge des Eier-Skandals sind zwei Manager von Reinigungsfirmen in Utrecht festgenommen worden. Ihr Unternehmen soll das Insektizid Fipronil in Hühnerställen benutzt haben. Durchsuchungen gab es auch in Belgien.
Update: 10.08.2017 - 16:23 Uhr Kommentieren
Mindestens drei Millionen kontaminierte Eier sind nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert worden. Quelle: dpa
Skandal um belastete Eier

Mindestens drei Millionen kontaminierte Eier sind nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert worden.

(Foto: dpa)

AmsterdamIm Skandal um mit Fipronil belastete Eier haben Ermittler in den Niederlanden zwei Manager festgenommen. Nach Angaben der niederländischen Staatsanwaltschaft handelt es sich um Führungskräfte des Unternehmens ChickFriend, das im Zentrum des Falls steht. Die Männer stehen unter Verdacht, bei der Säuberung von Hühnerställen bewusst das Insektengift Fipronil eingesetzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit sowie der Besitz verbotener Substanzen vor. ChickFriend schweigt seit Tagen zu den Vorwürfen.

Die Festnahmen erfolgten nach Angaben der Ermittler im Zuge einer koordinierten Razzia in den Niederlanden und Belgien. Bei ihr wurden neben den Wohnungen der beiden Männer in der Nähe von Utrecht auch Büros von zwei anderen Unternehmen durchsucht, die als Zulieferer in den Eier-Skandal verwickelt gewesen sein sollen. Dabei wurden auch Bankunterlagen und Computer beschlagnahmt.

Alle rund 180 niederländischen Eierproduzenten, bei denen mit Fipronil belastete Eier gefunden wurden, waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge Kunden von ChickFriend. Das in der Geflügelzucht verbotene Fipronil wurde vor allem zur Bekämpfung der für Legehennen gefährlichen Blutlaus eingesetzt.

ChickFriend soll fipronilhaltige Reinigungsmittel von einem belgischen Hersteller erhalten haben, der seine Produkte auch an Betriebe in Belgien und Deutschland verkaufte. Unklar ist bislang, ob alle Abnehmer wussten, dass es Fipronil enthielt.

Im Zuge des Skandals wurden Millionen Eier aus den Regalen von Supermärkten genommen und vernichtet. Betroffen sind neben Deutschland, den Niederlanden und Belgien auch Länder wie die Schweiz, Schweden und Großbritannien.

Von Pferdelasagne und Ehec-Sprossen
2017: Läusegift auf Eiern
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Der Skandal um möglicherweise mit dem Insketizid Fipronil belastete Eier beschäftigt Deutschland in diesem Sommer. Inzwischen sei von zwölf betroffenen Bundesländern auszugehen, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Fipronil war über das Anti-Läusemittel Dega-16 in die Eier gelangt. Das Mittel beruht eigentlich nur auf ätherischen Ölen wie Menthol und Eukalyptus. Vermutlich hatte ein belgischer Hersteller Fipronil beigemischt, obwohl das Mittel für die Geflügelzucht verboten ist. Aldi nahm unterdessen sämtliche Eier aus dem Verkauf.

2016: Plastik im Schokomantel
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Abermillionen Schokoriegel mussten in die Werkstatt – sozusagen. Nachdem eine Kundin in einem Mars-Riegel auf ein Stück Plastik gebissen hatte, begann der Hersteller mit einer gigantischen Rückruf-Aktion. Sie galt für alle Staaten der Europäischen Union, mit Ausnahme von Bulgarien und Luxemburg. Betroffen waren Riegel der Marken Mars und Snickers; zudem alle Produkte der Marke Milky Way Minis und Miniatures sowie mehrere Celebrations-Mischungen mit diesem Mindesthaltbarkeitsdatum.

2016: Glyphosat und Malz, Gott erhalt's
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Pro Jahr konsumiert ein Deutscher durchschnittlich 107 Liter Bier. Und damit nicht nur, streng nach dem deutschen Reinheitsgebot, Wasser, Hopfen, Hefe und Malz, sondern auch noch eine gerüttelte Menge Glyphosat – das weltweit meist eingesetzte Pestizid. In deutschen Bieren wurden Mikrogrammwerte deutlich über den Grenzwerten für Trinkwasser gemessen, im krassesten Fall 300-fach über dem Grenzwert. Direkte Gefahr für die Gesundheit besteht allerdings nicht.

2014: Dänischer Wurstskandal erreicht Deutschland
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In Dänemark stellte sich 2014 heraus, dass Produkte des Wurstherstellers Jørn A. Rullepølser mit Listerien-Bakterien verseucht waren. Listerien sind für gesunde Menschen in aller Regel ungefährlich, allerdings ein Risiko für immungeschwächte Personen und schwangere Frauen. In Dänemark starben innerhalb von 30 Tagen zwölf Menschen, 15 weitere erkrankten. Der Betrieb wurde geschlossen, die Produkte zurückgerufen. 160 Kilogramm waren auch an einen deutschen Supermarkt in Schleswig-Holstein an der dänischen Grenze gegangen – sie waren bereits verkauft, bevor sie sichergestellt worden konnten. Verbraucher wurden gebeten, die Wurst zu vernichten oder zurückzugeben.

2014: Käse mit Coli
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Das Unternehmen Vallée-Verte rief die zwei Käsesorten „Saint Marcellin“ und „Saint Felicien“ zurück. In den Produkten der französischen Käserei Fromageries L'Etoile wurden Coli-Bakterien nachgewiesen. Diese können innerhalb einer Woche nach Verzehr zu teils blutigem Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen sowie Fieber führen. Gerade bei Kindern besteht außerdem die Gefahr von Nierenkomplikationen.

2014: Von wegen Edel-Hähnchen
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2014 deckte die „Zeit“ auf: Das Neuland-Gütesiegel, gegründet vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem deutschen Tierschutzbund und der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft, als ganz besonderes Qualitätssiegel hielt bei Brathühnchen nicht so ganz, was es versprach. Eigentlich sollten Neulandtiere aus Freilandhaltung stammen, gefüttert mit Körnern aus der Region. Tatsächlich stammen in Norddeutschland viele Tiere aus einem ganz gewöhnlichen industriellen Schlachtbetrieb in Niedersachsen.

2013: Pferd in der Lasagne
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Zusammen mit der Ehec-Epidemie wohl der aufsehenerregendste Lebensmittel-Skandal der vergangenen Jahre: 2013 stellte sich heraus, das Rindfleisch in mehreren Fertiglasagnen aus der Tiefkühlung war eigentlich Pferd. Im Anschluss wurden in Labortests rund 70 Fälle von falsch etikettierten Fertigprodukten nachgewiesen. Die größte Menge an Pferdelasagne gab es in Nordrhein-Westfalen mit 27 Fällen, gefolgt von Hessen (13), Baden-Württemberg (8) und Bayern (8). Weitere betroffene Länder waren Mecklenburg-Vorpommern (5), Brandenburg (4) und Hamburg (2).

Die Behörde für Lebensmittelsicherheit in London teilte am Donnerstag mit, dass vermutlich rund 700.000 mit Fipronil belastete Eier ins Vereinigte Königreich gelangt seien. In ersten Schätzungen waren die Experten noch von lediglich 21.000 Eiern ausgegangen.

Auf politischer Ebene gibt es unterdessen weiter Streit darüber, wer die Verantwortung dafür trägt, dass die Verbraucher erst Wochen nach der Entdeckung der ersten mit Fipronil belasteten Eier gewarnt wurden. Grund dafür sind vor allem Angaben der bislang vielkritisierten belgischen Behörden. Ihnen zufolge hatten auch die Niederlande und die EU-Kommission bereits seit längerem Hinweise auf einen möglichen Skandal.

Behörden weisen Vorwürfe zurück
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