Firmenzentrale verlegt
Haribo macht Bonn nicht froh

Der Süßwarenhersteller zieht weg aus seiner Heimat Bonn. Weil der alte Standort zu klein wird, soll die Firmenzentrale 2017 nach Rheinland-Pfalz verlegt werden. Ein bisschen Verbundenheit bleibt aber doch.
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DüsseldorfEigentlich müsste sich Haribo ab 2017 umbenennen. Deutschlands wohl bekanntester Süßwarenhersteller zieht weg aus Bonn; der Stadt, die der Gründer neben den jeweils ersten beiden Buchstaben seines eigenen Namens Hans Riegel mit dem „bo“ im Unternehmensnamen verewigte. Doch trotz der engen Verbundenheit mit der Heimat verlegt das Unternehmen seinen Standort 2017 in das 30 Kilometer entfernte Grafschaft.

Auf einer Fläche von 27 Hektar soll dann neben einem neuen Logistikstandort auch die neue Zentrale des Gummibärchenherstellers stehen. Schätzungen zufolge liegen die Investitionen bei 500 Millionen Euro. Haribo war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen Der neue Standort soll auch neue Arbeitsplätze bringen. Rund 300 neue Mitarbeiter sollen eingestellt werden, heißt es. Die Gummibärchen selbst kommen vorerst aber weiter aus Kessenich, die Produktion wird dort bleiben, genau wie die Betriebsverwaltung.

Nach fast 100 Jahren Firmengeschichte wechselt Haribo damit nicht nur die Stadt, sondern auch das Bundesland: Grafschaft liegt nicht mehr in Nordrhein-Westfalen, sondern in Rheinland-Pfalz. Der Umzug hat damit noch einen weiteren Vorteil neben der neuen Größe des Standorts: Die Gewerbesteuer ist bei den Nachbarn geringer als im bevölkerungsreichsten Bundesland der Republik.

Lange stand das Familienunternehmen mit der Stadt Bonn in Verhandlungen über ein neues Gelände, Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch richtete eigens eine „Projektgruppe Haribo“ ein. Doch am Ende kam man zu keiner Einigung. Die Süddeutsche Zeitung zitiert Nimptsch mit den Worten: „Wir können die Entscheidung des Unternehmens, auch die Firmenzentrale nach Grafschaft zu verlagern, nur zur Kenntnis nehmen.“ In einer offiziellen Mitteilung sagte der Oberbürgermeister aber auch, dass in den Gesprächen deutlich geworden sei, dass es Haribo nicht um einen Wegzug aus Bonn gegangen sei. Doch eine Fläche von 35 Hektar habe in Bonn nicht zur Verfügung gestanden.

Trotz des Umzugs gab sich der Oberbürgermeister versöhnlich: „Haribo ist und bleibt eine 'Bonner Marke', ganz gleich, wo die Gummibärchen produziert und gelagert werden.“ Zumindest das sieht auch das Unternehmen so: Das „bo“ will Haribo im Namen behalten.

Lisa Hegemann
Lisa Hegemann
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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