Fitness-Industrie
Kieser Training macht sich fit für Fernost

Die internationale Fitness-Branche streckt sich nach dem Milliardenmarkt China. Nachdem Studiobetreiber wie Fitness First oder 24 Hour Fitness bereits Standorte in Peking und Hongkong haben, zieht nun auch der schweizerische Anbieter Kieser Training nach, der in Deutschland 119 von weltweit insgesamt 151 Studios unterhält.

DÜSSELDORF. Im April öffnet der erste asiatische Standort des Franchise-Unternehmens in Singapur. "Damit schaffen wir einen Brückenkopf in die Asean-Staaten", sagte Jörg Pribil, CEO von Kieser Training, dem Handelsblatt.

Die weitere Expansion in Fernost ist fest eingeplant. Neben Thailand und Indonesien denkt Kieser dabei vor allem an China: "Erfahrungen anderer Unternehmen zeigen, dass der Schritt von Singapur aus leichter fällt", sagte Pribil. Das Unternehmen verhandelt seit drei Jahren mit Master-Franchise-Interessenten in China, die für das Land die Lizenz übernehmen sollen. Der richtige Partner sei noch nicht dabei gewesen, sagte Pribil. "Die Interessenten waren zu klein, um uns Sicherheit zu geben, dass sie die Marke auf dem riesigen Markt erfolgreich verbreiten."

Als vielversprechend bewertet Niels Gronau, Freizeitsport-Experte der Unternehmensberatung Deloitte, die Ambitionen von Kieser: "Das Konzept ist gesundheitsorientiert und von der Ausrichtung her ruhiger", sagte er. "Das kann in China besser funktionieren als die amerikanische Variante." Generell ist in China ein attraktiver Markt für Anbieter und Ausrüster im Fitness-Bereich entstanden - so lautet das Fazit einer Deloitte-Studie, die in den kommenden Wochen veröffentlicht wird - mit guten Wachstumsaussichten: Nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung ist Mitglied in einem Studio.

Chancen können sich vor allem serviceorientierte Anbieter ausrechnen. Bisher konkurrieren die chinesischen Studios vor allem über den Preis - dabei verringern sie aber die Qualität und verschrecken so ihre Kunden. "Das mag kurzfristig Gewinne bringen, untergräbt aber langfristig den Wert der Marke und die Loyalität der Kunden", sagte Gronau.

Dass die Strategie keinen Erfolg hat, zeigen die Zahlen: Viele Studios in China leiden unter starkem Mitgliederschwund - nur 20 Prozent der Kunden verlängern laut Deloitte-Erhebung ihre Verträge. Zum Vergleich: In Südkorea sind es 63, in Hongkong 60 Prozent. Dabei zahlen die Studiogäste in anderen fernöstlichen Ländern deutlich mehr: In Vietnam etwa liegen die Mitgliedsbeiträge im Schnitt mehr als doppelt so hoch. Langsam setzt auch in China ein Umdenken ein: "Betreiber erkennen, dass sie mit aktiven Mitgliedern besser verdienen, die Geld für individuelles Training ausgeben oder neue Kunden mitbringen", sagte Gronau.

Fitness-Anbieter, die nach China streben, müssen allerdings auf die Besonderheiten des Marktes Rücksicht nehmen. So wird in China der Job häufiger gewechselt als in Europa. Wer seinen Kunden immer ein Studio in der Nähe des Arbeitsplatzes bieten kann, ist im Vorteil. "In großen Städten wie Peking und Schanghai sind dazu mindestens acht bis zehn Studios nötig", sagte Gronau.

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