Fleischfabrikant
Rügenwalder Teewurst wegen Kolibakterien zurückgerufen

Ein Produkt-Rückruf tue ihm „so weh, als wenn einer meinen Hund schlägt“, hat Fleischproduzent Christian Rauffus einmal dem Handelsblatt gesagt. Jetzt ist es mal wieder so weit: In Rügenwalder Teewurst sind Kolibakterien entdeckt worden.
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Der Fleischproduzent Rügenwalder Mühle ruft Teewurst wegen eines Bakterienfunds zurück. Die Warnung wurde über das behördliche Informationsportal lebensmittelwarnung.de am späten Donnerstagabend veröffentlicht. Demnach sind in einer Charge Teewurst Kolibakterien gefunden worden. Als Grund der Warnung wird offiziell der Nachweis von „Verotoxin-bildenden Escherichia coli (VTEC)“ und des „Toxin-Gens stx1“ genannt.

Diese Erreger können Magen-Darm-Entzündungen mit Erbrechen und Durchfall auslösen. Die Toxine „können blutige Durchfälle und das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) verursachen, eine ernste Komplikation, die tödlich verlaufen kann“, heißt es auf der Homepage der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit.

Betroffen ist Teewurst, die Rügenwalder an Metzgerei-Theken etwa in Supermärkten liefert und die dort in Stücken von Bedienpersonal an Kunden verkauft wird. Der Rückruf erfolge durch Aushang „im Einzelhandel an der Fleischtheke“, heißt es in der Warnung. Zurückgerufen werden Teewürste mit einem Gewicht von 625 Gramm und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 13. Mai 2015.

In einem Interview mit dem Handelsblatt hatte Rügenwalder-Chef Christian Rauffus im Jahr 2013 über Produktrückrufe gesprochen. „Das ist für ein Unternehmen natürlich eine schwierige Situation, aber es gibt hier keinen Ermessensspielraum“, sagte er damals. „Wir haben Grundsätze und Regeln - und wenn Gefahr im Verzug ist, dann wird zurückgerufen. Persönlich tut es mir allerdings so weh, als wenn einer meinen Hund schlägt“, so der passionierte Jäger.

Die jetzt vom Rückruf betroffene Teewurst ist zwischen dem 2. und 30. April verkauft worden, heißt es in einem Aushang, der Einzelhändlern zur Verfügung gestellt wird. „Vom Verzehr der Produkte wird abgeraten“, heißt es darin weiter. Ein Service-Telefon ist unter der Nummer 04403-66-345 eingerichtet. Eine Mitarbeiterin am Service-Telefon konnte am Abend keine Auskunft zu dem Vorfall geben, wollte sich aber um eine Antwort bemühen. Auch bei Facebook und Twitter gab es zunächst keine offizielle Information des Unternehmens am Donnerstagabend.

Die aktuelle Warnung betrifft die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen.

Im Juni 2013 hatte Rügenwalder Teewurst-Becher, die im Einzelhandel verkauft werden, zurückrufen müssen. Damals waren Salmonellen gefunden worden.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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