Fleischklöße: Keine Köttbullar in Ikea-Restaurants

Fleischklöße
Keine Köttbullar in Ikea-Restaurants

Ikea geht auf Nummer sicher: In Deutschland werden keine „Köttbullar“ mehr verkauft. In Tschechien hatte man in den Fleischklößen Spuren von Pferdefleisch gefunden.
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StockholmIkea zieht im Pferdefleischskandal auch in Deutschland die Notbremse. Am Dienstag hat die schwedische Möbelkette den Verkaufsstopp für seine populären Hackfleischklöße „Köttbullar“ auf Deutschland und insgesamt 23 weitere Länder ausgeweitet. Vorausgegangen war ein Bericht aus Tschechien über Spuren von Pferdefleisch in den Ikea-Klopsen. Die deutsche Ikea-Tochter versichert ihren Kunden im Internet weiter, dass die Klöße hier nach „aktuellen Analysen“ frei von Pferdefleisch seien.

Wie Unternehmenssprecherin Ylva Magnusson am Dienstag sagte, haben die deutschen Ikea-Häuser nicht dieselbe beanstandete Lieferung wie die tschechischen bekommen, in der sich Pferdefleisch fand. In Tschechien hatten die Behörden am Vortag nach entsprechenden Testergebnissen Alarm geschlagen. Grundsätzlich werden laut Magnusson die „Köttbullar“ aber auch für die deutschen Filialen vom selben Unternehmen im schwedischen Lidköping hergestellt.

Die deutsche Ikea-Sprecherin Sabine Nold sagte, es sei ein europaweiter Verkaufsstopp für die Hackfleischbällchen verhängt worden. Das gelte sowohl für die Ware, die im Shop verkauft wird, als auch für die Restaurants in den 46 deutschen Ikea-Häusern.

In Deutschland sei eine Charge Klöße untersucht worden. Darin hätten sich keine Spuren gefunden. Sie bestehen vornehmlich aus Schweine- und Rindfleisch. Unternehmenssprecherin Magnusson zur Einbeziehung Deutschlands in den Verkaufsstopp: „Die Maßnahme soll sicherstellen, dass kein Kunde sich Sorgen machen muss.“

Der schwedische Hersteller Dafgård erklärte, man wolle vor einer endgültigen Klärung keine Kommentare abgeben. Ikea hatte die sowohl in Restaurants als auch zur Mitnahme angebotenen „Köttbullar“ zunächst in 14 Ländern aus dem Verkehr gezogen.

In Europa nicht vom Stopp betroffen sind Norwegen, die Schweiz und Russland. Außerhalb Europas hat Ikea seine Klöße auch in Thailand, Hongkong sowie der Dominikanischen Republik aus dem Verkehr gezogen. Ikea will mit seinem Lieferanten Dafgård umfassende eigene Tests über einen möglichen Anteil von Pferdefleisch durchführen.



dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Fleischklöße: Keine Köttbullar in Ikea-Restaurants"

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  • @klauswagner


    Das Wort "Köttbullar" wird im Schwedischen "Schöttbullar" ausgesprochen. (siehe Wikipedia)

  • Wer etwas isst, was "Köttbullar" heißt, ist selber schuld.
    Mir vergeht, wenn ich Köttbullar lese, schon von ganz allein der Appetit und somti ist mir auch egal, was außer dem, was sich als Assoziation einstellt, sonst noch drin ist.

  • Das ist nicht mehr spätrömische Dekadenz: das ist einfach nur noch absurder, moralischer Irrsinn...

    Nehmt doch am Besten noch nach dem Verzehr von Nahrungsmitteln Speichelproben über deren Inhaltsstoffe und malt die Bio-Kühe in umweltverträglicher Lebensmittelfarbe lila an, damit sich alle Kinder groß und klein vergnügt und sorgenfrei ins Übergewicht schlemmen können, um anschließend kassenbezahlt eine Fair-Trade-Reis-Diät verpasst zu kommen mit Sorgenfrei-Gedankenlos-Paket...

    Wer in einer solchen Doppel-Moral-Gesellschaft mit Wegwerfautomatik sehenden Auges diesem Wahnsinn zusieht, ohne Widerspruch anzumelden, verhält sich meines Erachtens nach unsittlich.

    Abgesehen bin ich fest davon überzeugt, dass eine Gesellschaft, die sich unhinterfragt bereits in einer solchen Wahnsinnsspirale befindet, ihren Wohlstand - den sie nicht zufällig nicht mehr selbst erarbeitet, sondern nur noch mangelverwaltet - nicht mehr lange halten kann, denn soviel Dekadenz bestraft nicht nur die höchste sittliche Instanz - soviel Dekadenz bestraft ganz einfach: das Leben.

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