Flottenausbau
Etihad plant behutsames Wachstum

Die Golf-Airline Etihad hat derzeit kein Interesse an LTU. Bisher galten die Araber als ernsthafter Übernahmeinteressent, um die eigene Marke in Europa bekannter zu machen. Die Airline will aber weiterhin am Ausbau ihrer Flotte festhalten - und die Zahl ihrer Flugzeuge bis 2012 verdreifachen.

FRANKFURT. Die Golf-Airline Etihad hat erstmals ein Interesse an dem Langstreckengeschäft der Air Berlin-Tochter LTU klar dementiert. "Das Langstreckengeschäft von Air Berlin ist für uns im Moment keine Option. Aber natürlich schauen wir uns grundsätzlich immer die ganze Bandbreite an Gelegenheiten an", sagte James Hogan, der CEO der Fluggesellschaft, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Auch ein Einstieg bei Air Berlin selbst sei derzeit kein Thema.

Die erst sechs Jahre alte Fluggesellschaft aus Abu Dhabi galt bisher als einer der potentiellen Interessenten für die LTU-Langstrecke. Das Air Berlin-Management hatte vor einigen Wochen angekündigt, alle Optionen für diesen Geschäftsbereich zu prüfen, inklusive eines Verkaufs. Hogan machte nun deutlich, dass er statt zuzukaufen vorerst vor allem den Markennamen in Deutschland besser etablieren möchte. "Wir sind hier noch nicht so bekannt wie in anderen Ländern", so Hogan.

Eine massive Expansion auch über neue Ziele in Deutschland stehe derzeit nicht auf der Agenda. Aktuell fliegt Etihad Frankfurt und München an. "Derzeit starten und landen wir zehn mal in der Woche in Frankfurt, wollen dies gerne auf 14 steigern", sagte Hogan: "Die große Herausforderung ist es, die richtigen Slots zu bekommen." Außerdem investiert Etihad hierzulande in den Service-Bereich. So eröffnet die Airline demnächst eine Lounge in Frankfurt.

Hogan widersprach der Einschätzung vieler Branchenkenner, Etihad sei zu klein, um alleine in einer sich stark konsolidierenden Industrie überleben zu können. Etihad werde die Flotte bis 2012 von derzeit 42 Maschinen stark ausbauen, man habe dazu 100 Flugzeuge bestellt. Zudem habe man bis 2017 Optionen auf weitere 105 Flugzeuge.

"In einem Umfeld von 2,5 bis drei Stunden Reisezeit haben wir Zugang zu einer Bevölkerung in der Größe von China", sagte Hogan und fügte hinzu: "Es gibt keine Notwendigkeit für eine Partnerschaft, auch nicht mit Emirates. Diese Gerüchte sind Geschwätz." Auch an der australischen Airline Qantas gebe es kein Interesse. Entsprechende Gerüchte waren nach den desaströsen Zahlen von Qantas aufgetaucht.

Experten sehen das allerdings skeptisch. "Etihad ist eine eindrucksvolle Fluggesellschaft. Aber sie ist gemessen an ihrer Flottengröße zu klein, muss sich auf Dauer also einen Partner suchen", sagte Guido Haarmann, der Chef der Aviationgruppe bei der Beratungsgesellschaft Accenture. Auch den Plan, in der Golfregion eine weltweit führende Drehscheibe für die Langstrecke aufzubauen, beurteilt er zurückhaltend. "Ich glaube der Mär von der Golfregion als Drehkreuz nicht. Weder Dubai noch Abu Dhabi sind natürliche Hubs für die zentralen Langstrecken." Gerade deshalb sei auch der enorme Ausbau der Flotten etwa durch Etihad nicht ohne Risiko.

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