Flüchtlinge bei Lufthansa und Air Berlin Wie Airlines mit Abschiebungen umgehen

Die Bundesregierung will abgelehnte Asylbewerber konsequenter abschieben – unter anderem per Flugzeug. Die Airlines bereiten sich schon darauf vor. Müssen Fluggäste künftig mit unschönen Szenen an Bord rechnen?
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„Rückführungen geschehen meist problemlos ohne irgendein Aufsehen zu erregen.“ Quelle: picture alliance / Robert Schles
Flugzeug startet in Berlin-Tegel

„Rückführungen geschehen meist problemlos ohne irgendein Aufsehen zu erregen.“

(Foto: picture alliance / Robert Schles)

FrankfurtDie Vorstellung ist unangenehm. Da hat man es sich im Flugzeug nach dem „Boarding“ bequem gemacht und dann nehmen ein Vollzugsbeamter und ein abgeschobener Flüchtling nebenan Platz. Ein Bild, an das wir uns künftig besser gewöhnen sollten?

Eher nicht. Zwar will die Bundesregierung künftig Flüchtlinge ohne Aussicht auf ein Bleiberecht zügiger und konsequenter in ihre Heimat „rückführen“, wie es so schön heißt. Auch wird das sicherlich häufig mit dem Flugzeug geschehen. Doch die Erfahrungen der zurückliegenden Monate zeigen: Die Abschiebungen laufen in der Regel reibungslos, finden üblicherweise sogar völlig unbemerkt von den anderen Passagieren statt. „In der weit überwiegenden Zahl der Fälle – über 90 Prozent – geschieht eine solche Rückführung unbegleitet und problemlos, ohne irgendein Aufsehen zu erregen“, heißt es bei der Lufthansa.

Nach Medienberichten wurden im vergangenen Jahr fast 21.000 Menschen aus Deutschland abgeschoben. Das sind fast doppelt so viele wie im Jahr 2014. Angaben, wie viele davon per Flugzeug in ihre Heimat zurückreisten, gibt es bislang nicht. 2014 wurden 8557 Abschiebungen per Flugzeug vorgenommen – also die große Mehrheit der insgesamt 10.844 Rückführungen.

Für die Fluggesellschaften bedeutet das zwar zusätzliche Passagiere und damit auch Einnahmen. Aber zumindest bei Abschiebungen per Linienflug verdienen sie damit keine Extra-Prämie. „Für alle Passagiere, die im Rahmen einer Personenrückführung mit uns fliegen, gilt der reguläre Ticketpreis“, erklärt ein Sprecher von Lufthansa.

Anders sieht es bei speziell von der öffentlichen Hand für Abschiebungen gecharterten Flügen aus. Lufthansa bietet solche Flüge nicht an, wohl aber Air Berlin. Wie teuer ein solcher Sammeltransport ist, ist zwar nicht bekannt. Aber man darf davon ausgehen, dass sich die Fluggesellschaften eine solche Dienstleistung angemessen vergüten lassen.

Grundsätzlich wird eine Airline darüber informiert, ob sich unter den Passagieren abgeschobene Flüchtlinge befinden. Doch reisen Asylsuchende vor einer Abschiebung freiwillig zurück, ist das nicht zwingend der Fall. Denn die Airline weiß in der Regel nichts über die Gründe eines Passagiers für seinen Trip. Deshalb können Lufthansa und Air Berlin auch keine detaillierten Angaben darüber machen, wie viele Flüchtlinge sie in den zurückliegenden Monaten befördert haben.

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Pilot kann Passagier im Flieger „fixieren“ lassen
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25 Kommentare zu "Flüchtlinge bei Lufthansa und Air Berlin: Wie Airlines mit Abschiebungen umgehen"

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  • "Liebe Leser. Die Kommentarfunktion ist geschlossen. Leserbriefe und interessante Beiträge zur Debatte nehmen wir gerne unter debatte@handelsblatt.com entgegen. Beste Grüße aus der Redaktion.

  • Ja,ja, die Airlines, oder wie wir im Volksmund oft ganz spaßhaft sagen: Fluglinien.

  • Das Thema ist eindeutig zu früh!

    Beim Bundesamt für Migration liegen fast eine Million unbearbeitete Anträge und es ist absolut nicht abzusehen wie da abgeschoben werden kann!

    Es wundert einen ja berhaupt nicht in diesem Beamtenstaat, dass nichts vorwärts geht. Erst entlässt man den einen und holt den Weise und nun? Nichts, gleicher Beteuerungen wie vorher, also vor einem viertel Jahr!!!

    Übringens gibt es in den Ländern auch den Transitbereich am Flughafen.

    Also verstehe ich nicht weshalb wir uns so viele Gedanken machen sollen ob die Staaten irhre Landsleute wieder zurück nehmen!

    Aber erst denken und dann handeln, das scheint heute in der Politik nicht angebracht! Frau Merkel hebt Schengen einfach auf und lädt alles ein, lässt heute noch ungezügelt Zuwanderung zu, was soll einem da noch einfallen?
    Im Januar kamen fast 70000 Menschen um Asyl u beantragen! In einem Monat!!!!

    Wie soll das dann noch weiter gehen? Hört man da was von Merkel?

    All das kostet den Steuerzahler immensen Geld, Geld das er eigentlich gar nicht hat! Deshalb ist es doch legitim, dass man endlich vor Ort Asylanträge stellt und nicht erst in Deutschland! Somit wäre das Thema Abschiebung vom Tisch!

    Na ja, es ist müsig und ändert leider nullkommanull

  • >> Wie Airlines mit Abschiebungen umgehen >>

    Sie braucht mit Abschiebungen NICHT umzugehen, zumal erst gar nicht abgeschoben werden kann ( wohin sollen Migranten ohne Pass und Staatszugehörigkeit denn abgeschoben werden ? ) .

    Abgeschoben werden mit Airlines überwiegend KRIMINELLE, aber keine Flüchtlinge oder Migranten.

  • @ Herr walter danielis

    >> Ein Staat der Waffeneinsatz , auch als letztes Mittel, ablehnt >>

    Wie will dann dieser Staat die EU-Grenzen, insbesondere auf hoher See ( Gr, I ) , schützen ?

    Was will denn dieser Staat mit einem Boot voller Migranten, überwiegend desertierter Kämpfer, machen ? Und vor allem, wenn diese auch noch Waffen mitnehmen ?

    Der Grenzschutz ohne Waffen ist eine propagandistisch-zynische Jauche der Gutmenschen.

  • (...)
    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Zitat: "Da hat man es sich im Flugzeug nach dem „Boarding“ bequem gemacht und dann nehmen ein Vollzugsbeamter und ein abgeschobener Flüchtling nebenan Platz."
    Nein, das laeuft anders ab. Es wird ja nicht erst jetzt abgeschoben. Als ich mal ein Projekt in Serbien hatte, wurde am Flughafen MUC fast jeden Montag jemand nach Belgrad zurueck gefuehrt (Lufthansa). Und das laeuft zumindest wenn der Flieger auf einer Aussenposition folgendermassen ab: Die "normalen" Passagiere werden mit dem Bus zum Flieger gebracht. Die Tueren bleiben aber zu, weil zunaechst ein gruener Bulli vorfaehrt oder schon da ist. Aus diesem steigen dann zwei auch gruen begkleidete Maenner zusammen mit dem Deliquenten. Der traegt manchmal Handschellen, manchmal nicht. Die Beamten verlassen dann den Flieger wieder und die Stewardess hebt den Daumen, damit der Busfahrer die Tueren fuer die anderen Passagiere oeffnet. Der Abzuschiebene sitzt dann also schon im Flieger. Und zwar ohne Vollzugsbeamte. Die Kombination Abschiebung und 1st Class Passagier bzw. HON-Status habe ich leider noch nicht beobachten koennen. Es waere schon witzig, zu sehen, was passiert, wenn der gruene Bulli und die Luxuslimousine gleichzeitig am Flieger ankommen ;-)

  • Politiker sind meiner Erfahrung nach meist Menschen, die im wahren Leben nicht zurechtkamen. Und dann gibt es noch so eine Sorte, die umschreibt am am besten mit der Bezeichnung "Überzeugungs- und Wiederholungstäter".

  • Frau Merkel hat doch bei Frau Will gesagt, sie hätte einen "Plan". Rücksichtsvoll wie Frau Will ist, hat sie nicht nachgefragt, wie dieser Plan denn aussieht. Dann wären wir heute vielleicht schlauer.

    Ich kann mir aber auch so denken, wie dieser "Plan" aussieht.

  • Alles nur Balsam fürs Volk. Millionen importieren und dann ne handvoll publikumswirksam abschieben.
    Sie haben recht! (Pfui......... ist der einzig richtige Kommentar zur Politik)

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