Flüchtlingsaufnahme in Tempelhof
Zalando sagt Modemesse Bread & Butter ab

Kurz nach der Übernahme durch Zalando fällt die erste Ausgabe der Bread & Butter unter neuer Leitung aus. Das Gebäude in Tempelhof soll für Flüchtlinge genutzt werden. Doch für 2016 hat der Online-Händler bereits Pläne.

DüsseldorfDer massive Flüchtlingsstrom nach Deutschland ist in der Modebranche angekommen. Eigentlich wollte Zalando die neue Messe für Freizeitmode Bread & Butter im Januar kommenden Jahres im Flughafen Berlin-Tempelhof starten. Doch jetzt sagt das Online-Modeportal die Messe ab. Denn in Berlin wird derzeit diskutiert, die Gebäude als Registrierungsstelle oder für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen.

„Wir begrüßen und unterstützen das“, sagte Zalando-Sprecher Boris Radke dem Branchendienst „Textilwirtschaft online“. Dazu passe keine Fashion-Party. „Deshalb werden wir die erste Bread & Butter in Tempelhof unter unserer Leitung erst im Sommer 2016 starten.“ Es gebe wegen der Absage keine Probleme mit den Modefirmen, sagte der Sprecher.

Stattdessen kündigte Zalando an, ein Wohltätigkeits-Festival zugunsten von Flüchtlingen – wahrscheinlich im ersten Quartal 2016 – zu veranstalten. Das Programm der angedachten Veranstaltung ist allerdings noch nicht bekannt. Dafür ist die Absage der neuen Bread & Butter noch zu frisch.

Zalando hatte vor ein paar Monaten angekündigt, die Messe im Herbst zu übernehmen. Denn das von Karl-Heinz Müller gegründete Berliner Unternehmen musste Insolvenz anmelden. Es hatte im Laufe der Jahre durch den Wechsel des Veranstaltungsorts von Berlin nach Barcelona und zurück für zahlreiche Irritationen in der Branche gesorgt.

Viele große Marken wie Diesel oder Nike blieben der Messe fern. Innerhalb eines Jahres sanken die Ausstellerzahlen auf der letzten Veranstaltung in diesem Sommer von 500 auf nur noch 200. „Der Markt hat sich total verändert“, räumte Müller ein. Die großen Marken reagieren auf den Wandel bei den Verbrauchern und im Handel und geben ihr Geld lieber für starke Online-Shops, für soziale Medien und für ihre Monomarken-Läden aus.

Der neue Eigentümer Zalando will vieles verändern, vor allem aus der Fachveranstaltung eine Publikumsmesse machen. Der Onlinehändler will sich aber erst nach vollzogenem Einstieg genauer zum neuen Konzept äußern. In welche Richtung das gehen kann, war im Juli während der Fashion Week im Zalando Fashion House zu besichtigen. Im alten Ex-Kaufhaus Jandorf in Berlin-Mitte zeigte Zalando die Mode junger Designer. „Mit dem Fashion House bringen wir Mode zu den Kunden und öffnen die Welt der Brands für unsere Besucher“, sagt ein Zalando-Sprecher.

Bread&Butter-Erfinder Müller beschreibt das neue Konzept so: „Die neue Messe wird ein Mix aus einer starken Bread & Butter und einer Loveparade.“

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