Flüge nach Russland gestrichen
Lufthansa auf den Spuren von Air Berlin

Die Lufthansa folgt Konkurrenten wie Air Berlin oder Easyjet und dünnt ihren Russland-Flugplan aus. Gerade einmal 63 Flüge wöchentlich bleiben übrig. Und das, obwohl es auf dem russischen Markt auch Chancen gibt.

FrankfurtDie Rezession in Russland macht zunehmend die Flugverbindungen aus West- und Nordeuropa nach Russland unprofitabel. Zuletzt haben mit der Lufthansa und der skandinavischen SAS wichtige europäische Fluggesellschaften die Strecken nach Russland in ihren Flugplänen ausgedünnt. Sie folgen damit dem Vorbild der Billigfluggesellschaften wie Easyjet.

So hat die Lufthansa mit dem Moskauer Wnukowo-Flughafen, der Stadt Samara an der Wolga und Nischni Nowgorod östlich von Moskau drei bedeutende Ziele im Lande vom Winterflugplan genommen, der ab der kommenden Woche gelten wird. Es bleibt dann bei gerade einmal 63 Flügen in der Woche zum Flughafen Moskau Domodedowo und nach Sankt Petersburg. Vor vier Jahren lag die Zahl der Russland-Flüge bei der Lufthansa noch bei wöchentlich 153 Verbindungen in neun Städten. Auch die Töchter AUA und Swiss streichen weiter die Russlandverbindungen zusammen.

Der jüngste Flugplan von SAS sieht die Streichung der Verbindung Kopenhagen-Moskau ab März kommenden Jahres vor. Dann wird auch Easyjet den Flug von London Gatwick in die russische Hauptstadt aufgeben. Air Berlin hat in der letzten Woche das Ende für die Verbindungen von Düsseldorf und Berlin nach Moskau und von Berlin in die russische Ostsee-Enklave Kaliningrad angekündigt.

Ausländische Fluggesellschaften ziehen sich wegen der ersten Rezession in Russland seit dem Jahr 2009 aus einem Markt zurück, der geprägt ist von der rund 25-prozentigen Rubelabwertung zum Euro und den im elften Folgemonat sinkenden Löhnen. Auch die vom Westen verhängten Wirtschaftssanktionen nach der Annektion der Schwarzmeerhalbinsel Krim belasten den Handel zwischen Russland und Westeuropa. Verschärfte Einreisebedingungen tragen dazu bei.

Der Absatz von Flugtickets ist schwach, obwohl der Zusammenbruch der zweitgrößten russischen Fluggesellschaft Transaero Airlines die Kapazitäten im Markt erheblich verringert hat. Nachdem Marktführer Aeroflot einen Kauf abgelehnt hat, stellte Transaero den Ticketverkauf vollständig ein. Für den 15. Dezember wird das Aus für die Gesellschaft erwartet.

Alleine als Folge des Marktaustritts von Transaero wird ein Preisschub für internationale Verbindungen von und nach Russland von 25 Prozent erwartet, denn in vielen Fällen sinkt der Wettbewerb oder die Konkurrenz fällt vollständig aus, wie die Flugsuchmaschine Aviasales.ru berechnet hat. Aeroflot wird demnach am meisten profitieren.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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