Flug QZ 8501
Graue Zeiten bei Air Asia

Air Asia galt als aufsteigender Stern unter den Billigfluggesellschaften. Doch der Absturz des Fluges QZ8501 stellt die Zukunft der Airline infrage. Das zeigt sich ausgerechnet am malaysischen Konkurrenten.
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DüsseldorfGewöhnlich sticht das Logo von Air Asia mit knalligem Rot und weißer Schrift hervor. Doch seit Sonntag ist nichts mehr gewöhnlich bei der malaysischen Fluggesellschaft, selbst das Logo nicht. Seitdem das Verschwinden des Fluges QZ 8501 bekannt geworden ist, hat die Fluggesellschaft ihr Firmenzeichen auf ihrer Webseite und in den sozialen Netzwerken in ein helles Grau geändert. Der Chef der Airline, Tony Fernandes, bezeichnete das verschollene Flugzeug als „schlimmsten Albtraum“.

Am Sonntag war eine Air-Asia-Maschine auf dem Weg von Surabaya nach Singapur vom Radar verschwunden. Die Maschine hatte 162 Menschen an Bord, 155 davon kamen aus Indonesien. Experten gehen davon aus, dass der Flieger ins Meer gestürzt ist.

Bisher galt Air Asia als aufsteigender Stern unter den südostasiatischen Fluggesellschaften. Die Billigairline, erst 2001 gegründet, machte besonders dem staatlich geförderten Konkurrenten Malaysia Airlines Druck. Das Unglück könnte diese Position nun gefährden.

Air Asia selbst bezeichnet sich als die Fluggesellschaft mit den „niedrigsten Kosten“. Sie startete einst mit zwei Fliegern, inzwischen hat sie ihre Flotte auf 150 Maschinen erweitert. Erst vor zwei Wochen bestellte der Langstreckenarm der Fluggesellschaft, Air Asia X, 55 A330neo beim europäischen Luftfahrtkonzern Airbus.

Ihren Umsatz konnte die Airline in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich steigern, im Jahr 2013 lag er bei 5,1 Millionen Ringgit (1,2 Millionen Euro). Das war ein Plus von 65 Prozent im Vergleich zu 2009. Der Nettogewinn lag 2013 bei 362 Millionen Ringgit (knapp 85 Millionen Euro). Zudem steigt auch die Zahl ihrer Fluggäste stetig. Allein 2013 verzeichnete das Unternehmen zwei Millionen Passagiere mehr als im Vorjahr.

Hinter der rasanten Erfolgsgeschichte von Air Asia steht ein schillernder malaysischer Unternehmer: Tony Fernandes, der Chef der Air-Asia-Gruppe. Der 50-Jährige scheut nie das Rampenlicht und gilt als der Richard Branson Asiens. Wie der britische Gründer der Virgin Airlines mag Fernandes es unkonventionell. Er taucht meist in Jeans und mit Baseball-Kappe mit dem Air-Asia-Logo auf. Den Reichtum sieht man dem Multimillionär (laut Forbes: 650 Millionen Dollar Vermögen) nicht an.

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