Flugbegleiter gegen Lufthansa
Die bittere Bilanz des UFO-Streiks

Der Rekordstreik der Lufthansa-Flugbegleiter geht zu Ende. Der Arbeitskampf hat eine Menge Porzellan zerschlagen, von einer Annäherung ist nichts zu spüren – im Gegenteil. Und es könnte noch schlimmer kommen.

FrankfurtPfiffe und Buhrufe gellen Lufthansa-Personalverstand Bettina Volkens entgegen. Rund 1000 Demonstranten machen ihrem Unmut über den Kurs des Unternehmens auf einer Kundgebung am Freitag am Frankfurter Flughafen Luft - viele sind Flugbegleiter, die eine Woche lang gestreikt haben. Aber auch Piloten sind dabei. Der bislang längste und härteste Ausstand in der Geschichte der Lufthansa hat Wunden hinterlassen. Das Unternehmen muss nach 13 Pilotenstreiks weitere streikbedingte Millionenverluste verkraften und eventuell schon bald mit weiteren Aktionen rechnen. Eine Lösung des Tarifkonflikts scheint weiter entfernt denn je.

Enttäuschte Fluggäste

Noch nie hat die Lufthansa so viele Passagiere enttäuschen müssen. Mehr als eine halbe Million Gäste konnten nicht die von ihnen gebuchten Verbindungen nutzen, sondern wurden im besten Fall noch auf eine andere Gesellschaft umgebucht. Einige Unglückliche strandeten im Transitbereich des Frankfurter Flughafens und mussten auf Feldbetten übernachten, während sie auf ihren Weiterflug warteten. Zur persönlichen Enttäuschung Hunderttausender kommt noch der kaum kalkulierbare Imageverlust. Zuverlässigkeit und Sicherheit gehören zum Markenkern der Lufthansa.

Hoher Schaden

Die Lufthansa hat ihren finanziellen Schaden zwar noch nicht beziffert, in ersten Schätzungen gegenüber der „Bild-Zeitung“ sprach Personalchefin Volkens zwei Tage vor Streikende aber von einem „deutlich zweistelligen Millionenbetrag“. Es kann noch deutlich mehr werden, denn Analysten rechnen über den Daumen mit 20 Millionen Euro Schaden pro Streiktag. Macht bei sieben Tagen an die 150 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die 13 Streikrunden der Piloten mit einem dreitägigen Auftakt im April 2014 belasteten den operativen Gewinn des Konzerns nach Lufthansa-Angaben mit 350 Millionen Euro.

Für die Flugbegleitergewerkschaft UFO halten sich die finanziellen Folgen des Arbeitskampfes trotz einer hohen Beteiligungsquote in Grenzen, sagt ihr Chef Baublies. Erfahrungsgemäß beantrage nur ein kleiner Teil der Streikenden hinterher tatsächlich Streikgeld, das laut Satzung eigentlich erst ab dem dritten Tag gezahlt werden müsse. Dass UFO bereits ab dem ersten Tag die Streikenden und besonders auch Härtefälle unterstütze, belege die gute finanzielle Ausstattung der Gewerkschaft.

Auch für kommende Arbeitskämpfe sei man gut gerüstet. Die Flugbegleiter hätten wie erhofft zusammengestanden, so dass 93 Prozent der bestreikbaren Flüge ausgefallen seien. Allerdings meldeten sich auch viele krank. Laut Lufthansa waren am ersten Streiktag allein in Frankfurt rekordverdächtige 1420 Flugbegleiter krank gemeldet, nur 108 hätten sich offiziell zum Streik bekannt.

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Zerstörtes Vertrauen, wenig Hoffnung

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