Flugbegleiter und Piloten
Lufthansa droht der ganz große Streik

Der Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern bei der Lufthansa eskaliert. Die wollten lange Zeit mit dem Management verhandeln – und wenden sich jetzt den Piloten zu. Ziehen die Gewerkschaften bald an einem Strang?

Berlin/FrankfurtIm Lufthansa-Konzern hat sich der Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern weiter zugespitzt. Nach einem Tarifangebot der Lufthansa vom Montag betonte der Chef der Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, dass er keinerlei Gesprächsgrundlage mehr erkennen könne. Er forderte das Unternehmen auf, die Vorschläge bis zum Ende der ursprünglich gesetzten Verhandlungsfrist am 1. November nachzubessern.

Streiks der rund 19.000 Flugbegleiter kündigte Ufo zunächst nicht an, sondern will das weitere Vorgehen mit den anderen Luftverkehrsgewerkschaften abstimmen. „Wir waren wohl zu friedlich“, sagte der Ufo-Chef, der in den vergangenen Monaten den harten Streikkurs der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nicht mitgegangen war. Man werde nun Kontakt zur VC und auch zur Gewerkschaft Verdi suchen, um ein gemeinsames Vorgehen zu verabreden.

Bislang verhandeln die drei Gewerkschaften nach Beschäftigtengruppen getrennt über Gehälter und Versorgungsansprüche der Lufthansa-Mitarbeiter in Deutschland. „Das wahrscheinlichste Szenario sind jetzt Streiks. Wir bereiten uns intensiv darauf vor“, sagte Baublies am Dienstag: „Das werden keine pille-palle Arbeitskämpfe.“

Die Piloten haben seit April 2014 bereits 13 Mal gestreikt, waren zuletzt aber wieder an den Verhandlungstisch zurückgekehrt, nachdem ein Gericht ihren Ausstand als unrechtmäßig eingeschätzt hatte.

Vorgehensweise und Inhalt des Lufthansa-Schreibens zu den Flugbegleitern seien eine einzige Provokation, sagte Baublies. Lufthansa habe sämtliche diskutierte Sparmaßnahmen verschärft, während man die Schutzmechanismen für die Beschäftigten herausgenommen habe.

Die Lufthansa hatte vorgeschlagen, dass die Flugbegleiter, die länger als bis zum 56. Lebensjahr fliegen, ihre betriebliche Altersversorgung deutlich erhöhen könnten. Zudem bot sie bei der Vergütung für 2015 eine Einmalzahlung von bis zu 2000 Euro an sowie jeweils für 2016 und 2017 eine Tariferhöhung um 1,7 Prozent für Mitarbeiter mit Einstellungsdatum vor dem 01. Januar 2013. Sollten Kabinenmitarbeiter mit einem Einstiegsalter von 28 Jahren bis zum Alter von 65 fliegen, könnten sie dem Lufthansa-Vorschlag zufolge eine Rente bis zu 98 Prozent des letzten Grundgehalts erreichen.

Die Gewerkschaft betonte in einer ersten Stellungnahme: „Stand jetzt ist das Thema völlig gescheitert.“ Verhandlungen stünden unter diesen Umständen bis zum 1. November nicht mehr an. Dem Unternehmen zufolge ist das bisherige System wegen der niedrigen Zinsen und längeren Rentenzeiten unbezahlbar. Die Lufthansa gab im vergangenen Jahr rund 3,7 Milliarden Euro aus, um die Renten der Kabinenmitarbeiter zu finanzieren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
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