Flugbetrieb soll aufrecht erhalten werden
US Airways ist insolvent

Die Befürchtungen um eine Insolvenz der Fluggesellschaft US Airways haben sich bewahrheitet. Der Partner der Lufthansa in der Star Alliance ist zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren vor den Richter getreten.

HB ALEXANDRIA. Am Sonntag reichte US Airways den Insolvenzantrag am Gericht in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia ein. Der Flugbetrieb solle jedoch planmäßig weitergehen, teilte die Fluggesellschaft mit. Firmenchef Bruce Lakefield erklärte, die Wahrscheinlichkeit sei gering, dass das Unternehmen aufgeben müsse. Die Fluggesellschaft leidet besonders unter steigenden Treibstoffpreisen und dem harten Wettbewerb mit Billigfliegern.

US Airways ist die siebtgrößte US-Fluggesellschaft und beschäftigt 28 000 Mitarbeiter. Sie sollen ihre Gehälter nach Unternehmensangaben weiter erhalten. Das Gesellschaft hatte erklärt, 1,5 Milliarden Dollar einsparen zu müssen, um mit den Billiganbietern konkurrieren zu können. Rund 800 Millionen Dollar sollten über Kürzungen bei Löhnen und Gehältern zusammenkommen. Laut US Airways sperrten sich die Gewerkschaften aber bis zuletzt dagegen.

Mit dem Insolvenzantrag gerät auch das Luftfahrtbündnis Star Alliance in Bedrängnis, deren Mitglied US Airways ist. Der zweite US-Partner in der Allianz, United Airlines, fliegt bereits seit zwei Jahren unter Gläubigerschutz. Die Deutsche Lufthansa rechnet trotz des erneuten Insolvenzantrags von US Airways nicht mit negativen Auswirkungen auf ihren Flugbetrieb. „Grundsätzlich haben wir keinen Grund zu bezweifeln, dass die Restrukturierung unter dem beantragten Gläubigerschutz nach dem so genannten Chapter 11 bei US Airways gelingt“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Montag in Frankfurt. „Wir gehen davon aus, dass der Flugbetrieb deshalb ungehindert weiterläuft.“

US Airways war erst vor 18 Monaten aus dem Gläubigerschutz herausgekommen, indem sie umstrukturiert wurde, eine neue Finanzbasis bekam und sich auf den Regionalflugverkehr konzentrierte. Die Fluggsellschaft war die erste größere in den USA, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 stark unter Druck geriet.

Im August 2002 hatte US Airways den Insolvenzantrag gestellt. Danach mussten auch die Branchenführer American Airlines, United Airlines und Delta Air Lines tief greifende Spar- und Strukturmaßnahmen ergreifen, um ihr Überleben zu sichern. United Airlines arbeitet seit Dezember 2002 unter Gläubigerschutz nach dem US-Konkursrecht. US-Behörden hatten zuletzt im Juni staatliche Bürgschaften für die hoch verschuldete Fluggesellschaft abgelehnt. American Airlines hat den Insolvenzantrag nur knapp abgewendet, Delta bemüht sich derzeit darum, dem Gang zum Konkursrichter zu entgehen.

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