Flugbranche
AUA steckt in der Verlustzone fest

Die baldige Tochter der Lufthansa macht ihrer Mutter vermutlich immer mehr Sorgen: Die Austrian Airlines steckt immer noch tief in den roten Zahlen fest. Die Einsparungen gehen weiter.

HB WIEN. Die vor der Übernahme durch die Lufthansa stehende österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) ist noch tiefer in die roten Zahlen gestürzt. Im ersten Halbjahr 2009 verbuchte die AUA mit einem Minus von 166,6 Mio. Euro einen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als dreimal so hohen Nettoverlust, wie das Unternehmen am Dienstag in Wien mitteilte. Grund für den weiteren Sturzflug der angeschlagenen Airline seien unter anderem die Luftfahrtkrise und Abschreibungen auf Flugzeuge. Bis 2010 soll die Zahl der Beschäftigten von rund 8600 im Jahr 2006 auf 6500 Mitarbeiter sinken.

Wann das ins Trudeln gekommene Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreiben könnte, wollte der Vorstand nicht sagen. Mit einem drastischen Sparpaket sollen die jährlichen Ausgaben um bis zu 300 Mio. Euro gekürzt werden. Geplant ist laut Vorstand, zwei bis vier Flugverbindungen ganz einzustellen. Dabei handele es sich um Kontinentalstrecken mit vergleichsweise geringem Passagieraufkommen.

Der AUA-Konzernumsatz sank im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21,8 Prozent auf 934,6 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) rutschte von minus 29,9 auf minus 161,6 Mio. Euro. „Die Zusammenarbeit im Lufthansa-Konzern wird uns massiv helfen. Wir erwarten uns einen deutlichen Schub dadurch, dass wir auf das internationale Flug- und Vertriebsnetz der Lufthansa zugreifen können“, teilten die AUA-Vorstände Peter Malanik und Andreas Bierwirth mit.

Nach Berichten über eine drohende Insolvenz seien die Buchungen stark eingebrochen, teilte der Vorstand mit. Mehrere Reiserücktrittsversicherer hätten Kunden einen Versicherungsschutz für AUA-Flüge verweigert. Nach dem positiven Signal aus Brüssel für eine Übernahme durch die Lufthansa sei dies aber kein Thema mehr. Die EU-Kommission, die dem Kauf aus Gründen des Wettbewerbs zustimmen muss, hatte am vergangenen Freitag informell grünes Licht gegeben. Damit kann die Lufthansa nach der Übernahme der belgischen Brussels Airlines ihren Expansionskurs fortsetzen. Die AUA soll als eigene Marke erhalten bleiben.

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