Flugbranche
Kursänderung bei Ryanair

Statt Investition in Wachstum, gibt es Geld für die Anteilseigner: Der Billigflugkonzern Ryanair ändert seine Route. Dazu gehört auch der Abbruch von Gesprächen mit Boeing über den Bau von neuen Flugzeugen - angeblich wegen Verhandlungsschwierigkeiten. Dahinter soll wohl aber noch ein anderer Grund stecken.
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LONDON. Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair ändert ihren Kurs: Statt weiter in Wachstum zu investieren, will das Unternehmen Geld an seine Anteilseigner ausschütten. Das kündigte Ryanair Ende vergangener Woche an.

Die Billigfluglinie hat - wie bereits Anfang November angedroht - Gespräche mit dem amerikanischen Flugzeughersteller Boeing über die Bestellung von bis zu 200 Flugzeugen abgebrochen, die zwischen den Jahren 2013 und 2016 ausgeliefert werden sollten. Beim Preis für die Maschinen habe man zwar noch eine Einigung erzielen können, sagte Ryanair-Chef Michael O?Leary. Allerdings habe sich Boeing geweigert, einige Bedingungen aus alten Vereinbarungen auf die neue Bestellung zu übertragen.

Experten vermuten jedoch einen anderen Grund dafür, dass Ryanair sich gegen die Großbestellung entschieden hat: Das Unternehmen kann so viele neue Flugzeuge gar nicht mehr gebrauchen. Denn langsam stößt Ryanair an seine Wachstumsgrenzen. Auch die Krise macht sich bei der Billigairline bemerkbar: Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres legte die Zahl der Fluggäste zwar noch zu, der Umsatz ging aber wegen sinkender Ticketpreise um zwei Prozent auf 1,8 Mrd. Euro zurück.

Das Geld, das Ryanair jetzt nicht in den Ausbau seiner Flotte steckt, will das Unternehmen als Sonderdividende ab 2012 an seine Anteilseigner zahlen. In den vergangenen zwölf Jahren, seitdem das Unternehmen an der Börse gelistet ist, hat Ryanair seine Barmittel vorwiegend investiert und nicht an seine Aktionäre ausgeschüttet.

Für Boeing ist die Ryanair-Entscheidung gegen den Ausbau der Flotte ein schwerer Rückschlag. Dem Konzern entgeht ein Milliardenauftrag. Boeing hatte in der vergangenen Woche mit dem Jungfernflug seines neuen Flugzeugs Dreamliner, das mit Problemen und Verzögerungen zu kämpfen hatte, Hoffnungen auf eine bessere Zukunft geweckt.

Die Ryanair-Flotte besteht bislang ausschließlich aus Boeing-Maschinen eines bestimmten Typs. Mit den einheitlichen Flugzeugen spart Ryanair Wartungs- und Ausbildungskosten.

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