Flugbranche
Lufthansa lässt Alitalia abblitzen

Nach dem monatelangen Rennen um den Einstieg bei der italienischen Fluggesellschaft Alitalia hat Lufthansa nun doch kein Angebot abgegeben. Damit dürfte Air France-KLM den Zuschlag bekommen. Lufthansa dagegen hat ein Konzept für eine Zusammenarbeit vorgelegt. Das wird die italienischen Regierung vermutlich nicht begeistern.
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HB DÜSSELDORF. Im Ringen um die Zukunft der italienischen Fluglinie Alitalia hat die Deutsche Lufthansa einen finanziellen Einstieg bei den Italienern abgelehnt. "Lufthansa hat kein Angebot abgegeben, sondern ein Konzept zur Zusammenarbeit im Luftfahrtbündnis Star Alliance vorgelegt", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der zunächst als Befürworter eines Bündnisses mit den Deutschen galt, soll zuvor erklärt haben, dass Lufthansa keine feste Offerte vorgelegt habe.

Damit dürfte nun der Weg für einen Einstieg der französisch- niederländischen Air France-KLM bei den Italienern frei sein. Medienberichten zufolge will der französisch-niederländische Konzern für maximal 25 Prozent an der neuen Alitalia bis zu 300 Millionen Euro auf den Tisch legen.

Lufthansa hatte in den vergangenen Monaten auch öffentlich um eine Zusammenarbeit mit der neugegründeten Alitalia geworben und massive Synergien in Aussicht gestellt. Gleichzeitig hatte sie aber angekündigt, auf dem wichtigen italienischen Markt auch eine eigene neue Fluggesellschaft unter der Marke "Lufthansa Italia" aufbauen zu wollen. Damit stünde sie gemeinsam mit ihrer Tochter Air Dolomiti in direkter Konkurrenz zu Alitalia. Zuletzt war Lufthansa bei Brussels Airlines und bei der Austrian Airlines eingestiegen.

Nach Angaben von einer mit der Situation vertrauten Person haben sowohl Air France als auch die Alitalia-Investoren für Freitag Treffen der Führungsgremien anberaumt, um den Einstieg abzusegnen. Damit könnten die Alitalia-Eigentümer beim offiziellen Start der neuen Fluggesellschaft am kommenden Dienstag bereits den ausländischen Partner präsentieren.

Vorangegangen war ein monatelanges Wettrennen zwischen Air France-KLM und Lufthansa um den Zugang zum viertgrößten europäischen Luftfahrtmarkt mit der bedeutenden Industrieregion im Norden des Landes und zahlreichen Tourismuszielen.

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