Flugbranche
Lufthansa mit massivem Sparprogramm

Die Lufthansa geht mit ihren Sparmaßnahmen deutlich über das bisher angedeutete Maß hinaus. Deutschlands größte Fluglinie wird in erheblichem Umfang die Kurzarbeit ausweiten und Strecken streichen. Die Börse reagiert mit ihrer typischen Ironie: Die Aktie zieht spürbar an.

HB SEEHEIM. Die Lufthansa bereitet sich wegen der weltweiten Wirtschaftskrise auf mehr Kurzarbeit und weitere Streckenstreichungen im Passagiergeschäft vor. Zudem will die größte deutsche Fluggesellschaft im Laufe des Jahres noch mehr Flugzeuge stilllegen. Dies kündigten Manager des Dax-Konzerns am Donnerstag beim Investorentag in Seeheim an. Die Lufthansa fürchtet rote Zahlen im operativen Geschäft und arbeitet derzeit an einem verschärften Sparprogramm.

Die Aktie der Fluggesellschaft reagierte mit einer Berg- und Talfahrt auf die Nachrichten. Kurz nach Beginn der Veranstaltung sprang das Papier aus der Verlustzone um mehr als 3,2 Prozent in die Höhe. Nach einem erneuten Abrutschen um die Mittagszeit lag sie noch mit 2,03 Prozent im Plus bei 8,81 Euro und damit im Spitzenfeld des Dax.

Beim Investorentag diskutiert das Lufthansa-Management mit Analysten und Investoren über die Entwicklung und Ausrichtung des Konzerns. Details zum neuen Sparprogramm will die Fluggesellschaft zwar erst bei der Vorlage der Halbjahresbilanz am 30. Juli bekanntgeben. Allerdings hat der Vorstand bereits einige Maßnahmen vorbereitet. So sind Kurzarbeit und Krisenregelungen auch für die Mitarbeiter im Passagiergeschäft in Arbeit, wie aus einer Präsentation von Finanzvorstand Stephan Gemkow hervorgeht.

Seit Mai 2008 gilt im Konzern bereits ein Einstellungsstopp. In der Frachtsparte Lufthansa Cargo wird seit März kurzgearbeitet. Im Passagiergeschäft hat die Lufthansa bislang lediglich für wenige dezentrale Standorte Kurzarbeit vorbereitet. Bereits jetzt hat die Airline für das laufende Jahr Kostensenkungen von insgesamt 300 Mio. Euro in Arbeit, wie die Präsentation von Passage-Bereichsvorstand Roland Busch zeigt.

Beim Flugangebot fasst der Vorstand deutliche Streichungen ins Auge. Die Zahl der stillgelegten Flieger soll von jetzt 23 auf 25 wachsen, wie Gemkow zusammen mit Konzernchef Wolfgang Mayrhuber ankündigte. Laut Konzernstratege Harald Deprosse kann die Flugkapazität auf der Kurzstrecke zudem um bis zu elf Prozent und auf der Langstrecke um bis zu acht Prozent zusammengestrichen werden. Im Winter 2009/2010 will die Airline ihr Sitzplatzangebot weiter kürzen.

Für 2009 sei die Flugkapazität bereits um 1,6 Prozent gekürzt worden, heißt es in Deprosses Präsentation. Vor allem bei den Fernverbindungen hat die Lufthansa den Rotstift angesetzt. Rechnet man die neue Tochter Lufthansa Italia heraus, die erst Anfang des Jahres ihren Betrieb aufgenommen hat, ist das Flugangebot des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr aus heutiger Sicht sogar um 2,4 Prozent geschrumpft.

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