Flugbranche
Ryanair-Gewinn stürzt ab

Die Quartalszahlen von Ryanair sind ein weiterer Beleg dafür, wie sehr die Fluglinien derzeit unter Druck stehen: Europas größter Billigflieger Ryanair hat im abgelaufenen Quartal einen unerwartet kräftigen Gewinneinbruch erlitten. Das Nettoergebnis ist um 31 Prozent gefallen.

FRANKFURT. Der irische Billigflieger Ryanair hat im ersten Halbjahr aufgrund des Ölpreises einen Gewinneinbruch zu verkraften. Für das laufende Quartal schloss das Management einen Verlust nicht aus. „Es sind harte Zeiten, mit die härtesten, die ich bislang erlebt habe“, sagte Ryanair-Manager Jim Callaghan gestern in Frankfurt. Dennoch soll im gesamten Jahr zumindest eine schwarze Null in den Büchern stehen.

Im ersten Halbjahr sackte das Nettoergebnis des Unternehmens um 77 Prozent auf 95,3 Mio. Euro ab. Allein für Kerosin musste Ryanair Mehrkosten von 44 Prozent auf 1,57 Mrd. Euro verkraften. Zudem belasteten Abschreibungen im Zuge der gescheiterten Übernahme des Rivalen Aer Lingus die Bilanz. Bereinigt betrug das Ergebnisminus aber immer noch 47 Prozent. Der Umsatz legte dagegen um 16 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro zu.

Unter dem Strich zeigen die Zahlen des Branchenprimus, dass auch die Billigflieger nicht immun gegen wirtschaftliche Schwächeperioden sind. Ihre Strategie ist ausschließlich auf Masse ausgerichtet. Damit ist aber der Erfolg der Fluggesellschaften in den Augen von Analysten wie Neil Glynn von NCB Stockbrokers eine reine Wette auf die künftige Nachfrage. Die sei angesichts der weltweiten Krise wiederum mehr als offen, warnte Glynn.

Sollten die Passagierzahlen auch bei den Billiganbietern sinken, hätte das massive Folgen für die Bilanzen. Hohe Kosten etwa für den Kerosineinkauf müssen bei diesen Fluggesellschaften in weitaus stärkerem Maße als bei den Linienfliegern auf möglichst viele Passagiere verteilt werden. Bei Billigfliegern machen die Kerosinkosten je nach Airline mehr als 50 Prozent der Aufwendungen aus, bei Linienfliegern dagegen nur 30 Prozent.

Das Ryanair-Management will von solchen Szenarien allerdings nichts wissen. Die Airline steigerte die Zahl der im ersten Halbjahr beförderten Passagiere um 19 Prozent auf 31,6 Mio. „Wir gehen davon aus, das rund 30 Prozent der hinzugewonnenen Passagiere Geschäftsleute sind“, sagte Callaghan, der eine weitere Expansion ankündigte.

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