Fluggesellschaft
Alitalia will mit Stellenstreichungen Investoren locken

Die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia hofft auf eine Beteiligung an der Kapitalerhöhung von Air France. Doch die zeigt sich bei der Rettungsaktion bislang zurückhaltend. Nun will der Konzern Stellen streichen.
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RomDie ums Überleben kämpfende Fluggesellschaft Alitalia will mit Massenentlassungen Geld sparen und für potenzielle Partner attraktiver werden. Wahrscheinlich sei die Streichung von 2000 Stellen vor allem bei Leiharbeitern, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person am Dienstag. Es wurde erwartet, dass Unternehmenschef Gabriele del Torchio seinen Plan bei einer Sitzung des Verwaltungsrates vorstellt, die am Mittwochabend stattfinden sollte. Auch Gehälter könnten gekürzt werden.

Der wichtigste Aktionär Air France-KLM hält sich bislang mit Hilfe für den kleineren Partner zurück. Die Anteilseigner sollen bis Donnerstag entscheiden, ob sie sich an einer Kapitalerhöhung um 300 Millionen Euro beteiligen. Alitalia benötigt das Geld, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Es war unklar, ob die Sparpläne Air France ausreichen. Der französisch-niederländische Konzern hat eine Übernahme nicht ausgeschlossen - allerdings nur unter „sehr harten Auflagen“. Die 25-prozentige Beteiligung an Alitalia wurde in den Büchern schon abgeschrieben.

Die italienische Regierung sprach sich unterdessen für einen Partner aus Asien aus, sollte sich Air France nicht an der Rettungsaktion beteiligen. Verkehrsminister Maurizio Lupi brachte die russische Aeroflot und Air China ins Gespräch, nannte aber keine Details. Allerdings hatte Aeroflot erklärt, vorerst kein Interesse zu haben, ebenso wie die arabische Etihad Airways und Lufthansa.

Sollte der Sparplan umgesetzt werden, würde es sich um die ersten Massenentlassungen seit der Alitalia-Privatisierung im Jahr 2008 handeln. Damals wurde ein Drittel der Stellen gestrichen. Alitalia hat heute 14.000 Angestellte, von denen 90 Prozent unbefristete Verträge haben.

Das Unternehmen ächzt unter einem Schuldenberg von einer Milliarde Euro und fliegt täglich fast 700.000 Euro Verlust ein. Im Oktober hatte die Regierung in Rom mit einem Rettungspaket den Flugbetrieb vorerst gesichert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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