Fluggesellschaft
Austrian Airlines braucht Staatshilfe

Die österreichische Regierung wird ungefähr die Hälfte der Milliarden-Schulden der ins Trudeln geratenen Fluggesellschaft Austrian Airlines übernehmen. Zugleich verlängerte das Kabinett die Frist für die Anfang dieser Woche verschobene Privatisierung der Fluggesellschaft um zwei Monate bis zum Jahresende.

HB WIEN. Ob der Zuschuss in Höhe von bis zu 500 Mio. Euro als Schuldenerlass oder in Form einer Kapitalerhöhung gewährt werden soll, war zunächst nicht bekannt. Die Zustimmung der EU-Kommission in Brüssel steht noch aus. In jedem Fall solle der Betrag erst nach dem erfolgreichen Abschluss von Verhandlungen gezahlt werden, hieß es in Wien.

Medienberichten zufolge will die Deutsche Lufthansa als einziger im Rennen um die AUA verbliebener vollwertiger Bewerber die bis zum Jahresende erwarteten Gesamtschulden der AUA von etwa einer Milliarde Euro nur zum kleineren Teil übernehmen. Die russische Fluglinie S7 bestritt am Mittwoch, ein umfassendes Angebot für die österreichische Airline abgegeben zu haben. Die französisch-niederländische Air France/KLM hatte sich bereits in der vergangenen Woche aus dem Wettbewerb zurückgezogen.

Sollte die Privatisierung scheitern, muss die AUA nach Expertenmeinung ihr Streckennetz um bis zu 40 Prozent reduzieren und voraussichtlich Tausende seiner zurzeit 8000 Mitarbeiter entlassen.

Zuvor hatte Austrian Airlines Quartalszahlen bekannt gegeben: Die Fluggeschäft hat in dem im traditionell starken dritten Quartal einen hohen Verlust ausgewiesen. Das Ergebnis liegt unter den Erwartungen von Analysten. Die zur Privatisierung ausgeschriebene Fluggesellschaft begründete dies in dem am Dienstag veröffentlichten Aktionärsbrief mit den hohen Treibstoffkosten, dem fortgeführten Preisdruck durch die Billigfluglinien und der Reduktion des Langstreckenangebots.

Bei einem Umsatz von 697,2 (Vorjahr: 687,6) Mio. Euro sei ein operativer Verlust (Ebit) von 9,4 (plus 42,7) Mio. Euro ausgewiesen worden. Das bereinigte Ebit habe auf minus 8,8 (plus 49,3) Mio. Euro gedreht. Dieses Ergebnis ist um Anlagenverkäufe, sonstige Kosten der Abgabe von Flugzeugen, stichtagsbezogene Fremdwährungsbewertungen sowie Wertminderungen aufgrund der Bewertung von Flugzeugen bereinigt. Unter dem Strich steht im dritten Quartal ein Verlust von 16,6 (plus 29,1) Mio. Euro. Nach neun Monaten beläuft sich der Verlust auf 65,5 (Gewinn von 21,7) Mio. Euro. Analysten hatten im Mittel einen Verlust von 6,2 Mio. Euro erwartet.

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