Fluggesellschaft: Etihad will Anteil an Air Berlin aufstocken

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Etihad will Anteil an Air Berlin aufstocken

Neue Spekulationen um Air Berlin: Großaktionär Etihad will offenbar seinen Anteil an der angeschlagenen Fluggesellschaft von 30 auf fast 50 Prozent erhöhen. Außerdem soll das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt werden.
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BerlinDer Großaktionär von Air Berlin wird einem Magazinbericht zufolge seinen Anteil an der angeschlagenen Fluggesellschaft auf fast 50 Prozent aufstocken. Die Airline Etihad aus Abu Dhabi werde ihre Beteiligung von knapp 30 auf 49,9 Prozent erhöhen, schrieb die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf Air-Berlin-Kreise.

Zudem solle Deutschlands zweitgrößte Fluglinie von der Börse genommen und in eine GmbH umgewandelt werden. Bei einer höheren Beteiligung Etihads könnte Air Berlin Flugrechte in Staaten außerhalb der EU verlieren und wäre für den Konzern aus dem Golf-Emirat praktisch wertlos, schrieb das Magazin. Der Status von Air Berlin als deutsche Fluggesellschaft solle erhalten bleiben. In den vergangenen Tagen war über den weiteren Kurs des Lufthansa -Rivalen spekuliert worden, nachdem die Airline ihre für vergangenen Donnerstag geplante Bilanzpressekonferenz kurz zuvor um eine Woche verschoben hatte.

Die Kleinaktionäre, die 38,5 Prozent halten, sollten abgefunden werden. Deren Anteile sollten an frühere Spitzenmanager der Fluggesellschaft und weitere Topmanager gehen. Ausscheiden solle die türkische Unternehmerfamilie Sabanci. Nach dem Rückzug von der Börse werde die derzeitige britische Rechtsform „plc“ vermutlich in eine GmbH umgewandelt.

Ein Air-Berlin-Sprecher erklärte auf Anfrage, die Fluggesellschaft werde Spekulationen nicht kommentieren. Einer Erklärung vom Mittwoch angesichts der Verschiebung der Bilanzpressekonferenz sei nichts hinzuzufügen. Darin hatte es geheißen, dass derzeit Gespräche über Optionen geführt werden, die im Falle einer Umsetzung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft hätten.

Geschäftlich geht es Air Berlin nicht gut. Analysten rechnen für das vergangene Jahr mit einem deutlichen Minus. Erwartet wird ein operativer Jahresverlust (Ebit) zwischen 114 und 132 Millionen Euro nach 70 Millionen Euro Gewinn im Jahr zuvor. Der Konzern hatte damals von hohen Extraeinnahmen aus dem Verkauf seines Vielfliegerprogramms an Etihad profitiert. Die arabische Fluglinie hatte Air Berlin zuletzt finanziell kräftig unterstützt.

Experten sehen neue Allianzen als möglichen Weg, um Air Berlin wieder flott zu machen. Spekuliert worden war auch über eine Anbindung von Air Berlin an Alitalia.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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