Fluggesellschaft
Italien erklärt Alitalia-Verkauf für gescheitert

Der Verkauf der angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia ist mangels Interessenten gescheitert. Das italienische Finanzministerium erklärte am Mittwoch den seit sieben Monaten laufenden Verkaufsprozess offiziell für beendet. Für die Regierung in Rom ist der gescheiterte Verkauf eine arge Blamage.

HB ROM. Die Lage für die zum Verkauf stehende italienische Fluggesellschaft Alitalia wird immer verzweifelter: Nach dem Rückzug der russischen Fluglinie Aeroflot und anderer Unternehmen hat auch der letzte Bieter das Handtuch geworden. Der US-Vermögensverwalter Matlin Patterson Global Advisors erklärte am Mittwoch, man sei nicht mehr in der Lage, den ins Auge gefassten Einstieg fortzusetzen. Kommentatoren in Rom sprachen von einem Fiasko für die marode Staatslinie. Gewerkschafter äußerten sich besorgt über das Schicksal der über 20 000 Beschäftigten. An der Mailänder Börse fielen die Alitalia-Aktien bei Börsenöffnung um mehr als acht Prozent.

Am Abend teilte das Wirtschaftsministerium in Rom mit, das Bieterverfahren offiziell geschlossen zu haben. Die weitere Vorgehensweise soll nun so schnell wie möglich der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. Bereits am späten Dienstagabend hatte die AP Holding des italienischen Geschäftsmannes Carlo Toto, zu der auch die italienische Privatfluglinie Air One gehört, den Ausstieg aus dem Bieterverfahren erklärt. Man habe keine Verhandlungsspielräume mit der Regierung und keine Sanierungschance für Alitalia gesehen, sagte Toto.

„Das Bieterverfahren für die Privatisierung ist gescheitert“, hieß es in italienischen Medienberichten. Die Regierung von Ministerpräsident Romano Prodi meinte, man prüfe derzeit „alle Optionen“. Man müsse sich „aber vor Augen führen, dass es sich um ein Unternehmen mit Liquididität handelt“. Alitalia fährt seit Jahren chronische Verluste ein, diese werden derzeit auf täglich 1,4 Mill. Euro beziffert. „Wir haben Zeit bis zum 23. Juli“, bis die Bieterfrist endet, heißt es in einer Erklärung der Regierung.

Unterdessen ließ Aeroflot am Mittwoch überraschend durchblicken, eventuell doch wieder Interesse an der italienischen Fluggesellschaft zu haben. „Sollten die Bedingungen für die Privatisierung geändert werden, werden wir sie aufmerksam studieren“, sagte eine Aeroflot-Sprecherin der Agentur Interfax in Moskau. Die russische Fluggesellschaft war Ende Juni aus dem Bieterverfahren ausgestiegen.

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