Fluggesellschaft
Japan Airlines bittet den Staat um Hilfe

Die japanische Fluglinie Japan Airlines (JAL) hat die Regierung in Tokio wegen Kapitalmangels um zusätzliche Staatszuschüsse gebeten. Die trudelnde Airline verspricht im Gegenzug Einsparungen. Es ist ein Test für die Wirtschaftspolitik der neuen Regierung Japans.

TOKIO. "Ich habe dem Verkehrsministerium unser Kostensenkungsprogramm darlegt und um Hilfen nachgesucht", sagte JAL-Chef Nishimatsu am Donnerstag in Tokio. Er hatte sich zuvor mit dem neuen Transportminister Seiji Maehara über Optionen für trudelnde Fluggesellschaft beraten. Der Minister hat jedoch klar gestellt, bisher noch keine Entscheidung über frisches Steuergeld für den ewigen Sanierungsfall getroffen zu haben. "Das größte Problem für JAL ist der Mangel an Kapital", sagte Maehara. Erst im Sommer hatte die Fluglinie 750 Mio. Euro als Kredit von der staatlichen Development Bank of Japan im Verein mit Privatbanken erhalten.

Eine direkte Injektion von Eigenkapital durch den Staat hat bisher nur Elpida erhalten, ein Chiphersteller mit besonderer Bedeutung für die japanische Halbleiterindustrie. Japans Banken waren weitgehend unbeschadet durch die Krise gekommen, und auch die Autohersteller haben sich - abgesehen von zinsgünstigen Krediten - auf eigenen Füßen gehalten. JAL dagegen hatte im Quartal bis Juni einen Verlust von knapp 750 Mio. Euro gemacht. Neben der Finanzkrise hatte die Schweinegrippe das Ergebnis belastet. Fürs Gesamtjahr erwartet Nishimatsu einen Verlust von rund einer halben Mrd. Euro.

Die Rettung der Fluggesellschaft gestaltet sich damit langwieriger als bisher angenommen. Schon 2005 ist sie in Turbulenzen geflogen, aus denen sie seither nicht herausgefunden hat. Seitdem musste das Unternehmen immer neue Spar- und Schrumpfprogramme über sich ergehen lassen. Derzeit ist geplant, in den kommenden zwei Jahren fast 7000 Stellen zu streichen, um die Personalkosten zu senken. JAL will zudem fünfzig unprofitable Strecken streichen. Nishimatsu sagte nicht, wie viel Geld er von Maehara gefordert hat.

Die US-Fluglinien Delta Air Lines and American Airlines haben bereits Interesse an einem Einstieg bei JAL bekundet, um ihr Asiengeschäft zu stärken. Sie wollen die schwache Stellung der angesehen Fluglinie für ein Schnäppchen nutzen. Die Gläubigerbanken des japanischen Marktführers haben zudem bereits darüber spekuliert, ob sich die profitablen Teile von den Verlustbringern trennen ließen. Nishimatsu wandte sich jedoch am Donnerstag gegen eine Aufspaltung. Anders als bei Industrieunternehmen sei eine Teilung im Fall einer Fluglinie nicht machbar, sagte er.

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