Fluggesellschaft rechnet dieses Jahr mit Verlust
Ryanair schockiert Anleger

Europas größter Billigflieger Ryanair hat wegen drastisch gestiegener Treibstoffkosten einen Gewinneinbruch erlitten und erwartet, das Jahr mit einem Verlust abzuschließen.

HB DUBLIN. Ryanair rechnet für das seit April laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust von bis zu 60 Mill. Euro. Bestenfalls könnte beim Ergebnis eine Null erreicht werden, prognostizierte die Airline am Montag. In dem Ende Juni abgeschlossenen ersten Quartal brach der Gewinn um 85 Prozent auf 21 Mill. Euro ein. Hauptgrund seien die drastisch gestiegenen Treibstoffpreise.

Die Kerosinrechnung von Ryanair sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um 93 Prozent auf 367 Mill. Euro gestiegen, hieß es. Die Treibstoffkosten machten nun die Hälfte aller Ausgaben verglichen mit 36 Prozent vor einem Jahr aus. Die Passagierzahl stieg unterdessen um 19 Prozent auf 15 Mill. und der Umsatz legte um zwölf Prozent auf 777 Mill. Euro zu. Bei der Jahresgewinnprognose geht Ryanair von einem Ölpreis bei 130 Dollar je Barrel (159 Liter) aus sowie einem Rückgang der Tarife um fünf Prozent.

Ryanair-Titel brachen am Montag zum Handelsauftakt in London und Dublin um mehr als 20 Prozent ein. Händler warnten, der 85-prozentige Gewinneinbruch beim Billigflieger Ryanair im ersten Geschäftsquartal könnte sich negativ auf die Kurse aller europäischer Fluggesellschaften auswirken. "Die Zahlen von Ryanair waren richtig schlecht", sagte ein Händler.

Im Sog von Ryanair verlieren Easyjet 9,9 Prozent, British Airways 5,8 Prozent, und Aer Lingus fallen um 8,1 Prozent.

Für die Analysten der Deutschen Bank ist der Gewinnrückgang bei Ryanair selbst verschuldet, da das Unternehmen in einem schwachen konjunkturellen Umfeld weiter versucht habe, seine Kapazatitätserweiterungspläne durchzusetzen. Als „einen positiven Punkt in den Zahlen“ heben die Experten die Kostenkontrolle von Ryanair hervor. Die Deutsche Bank belässt die Aktie auf „Sell“ mit einem Ziel von 2 Euro.

Als deutlich hinter den eigenen Erwartungen liegend bezeichnet unterdessen Goodbody Stockbrokers die Quartalszahlen von Ryanair. Da die Erwartungen des Managements an die Rendite zurückgingen gebe es signifikantes Abwärtsrisiko für den bereinigten Gewinn je Aktie 2009, den die Analysten derzeit mit 10,8 Cent veranschlagen. Goodbody belässt die Aktie auf „Buy“.

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