Fluggesellschaft verspricht sich vom Joint Venture mit Air China hohe Wachstumsraten
Lufthansa baut Flugzeugwerft in China aus

Nach jahrelangen und mühsamen Verhandlungen mit Air China baut die Lufthansa ihre führende Position im Markt der Flugzeug-Instandhaltung weiter aus. Wie der Konzern gestern mitteilte, wird das chinesisch-deutsche Joint Venture Ameco, die größte Flugzeugwerft im Reich der Mitte, für weitere 25 Jahre fortgesetzt.

ebe DÜSSELDORF. Air China hält an diesem Unternehmen 60 Prozent der Anteile, die Lufthansa 40 Prozent. Ameco wurde 1989 gegründet und setzt mit 3 900 Beschäftigten derzeit rund 150 Mill. Dollar um. Mit der Verlängerung der Kooperation sei man im chinesischen Markt „langfristig gut positioniert“, sagte Konzernchef Wolfgang Mayrhuber.

Lufthansa locken vor allem die hohen Wachstumsraten in Asien. Allein die Flugzeugflotte des Ameco-Hauptkunden Air China soll in den nächsten Jahren von derzeit 118 auf mehr als 300 Flugzeuge aufgestockt werden und damit in eine Region hineinwachsen, die der aktuellen Größe der Lufthansa entspricht. „Parallel zu den Prognosen im chinesischen Luftverkehr erwarten wir bei Ameco ein jährliches Wachstum zwischen zwölf und 18 Prozent“, sagte August Wilhelm Henningsen, Chef der Lufthansa Technik AG, dem Handelsblatt. Die Wartungstochter des deutschen Luftfahrtkonzerns betreut die Kooperation in Beijing und stellt einen deutschen Geschäftsführer, der das Unternehmen gemeinsam mit einem Chinesen leitet. Zwar herrsche angesichts des härter werdenden Wettbewerbs auch in Asien „keine Goldgräberstimmung“, sagte Henningsen. Er betonte jedoch, das Gemeinschaftsunternehmen habe bisher in jedem Jahr Gewinn erwirtschaften können.

Fast 70 Prozent der Ameco-Umsätze kommen bisher noch von den Maschinen des Partners Air China, den Lufthansa gerne im Airline-Bündnis Star Alliance sehen möchte. Doch die Verhandlungen mit den Chinesen gelten auf allen Ebenen als sehr schwierig. Auch im Falle Ameco hat sich Air China erst kurz vor Ablauf des Vertrags am 1. August 2004 zu einer Fortsetzung des Joint Ventures entschlossen. Die jetzt beschlossene Kapitalerhöhung bei Ameco soll zur Finanzierung eines Investitionsprogramms verwendet werden, das zusätzliche Hangars, Materiallager und Werkstätten vorsieht. Nach bisherigen Investitionen von 200 Mill. Dollar sollen weitere 100 Mill. Dollar in die Werft fließen, um das Wartungsgeschäft in China zu vergrößern.

In Hamburg, der Zentrale der Lufthansa Technik AG, sieht man dem Ausbau mit gemischten Gefühlen entgegen: Wegen der weit günstigeren Lohnkosten überlege die Lufthansa, ihre großen Flugzeuge zunehmend in Beijing überholen zu lassen, heißt es in Branchenkreisen.

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