Fluggesellschaften
Air Berlin prüft Trennung von Langstreckengeschäft

Die Fluggesellschaft Air Berlin könnte wieder zum reinen Kurz- und Mittelstreckenflieger werden. Angesichts der sinkenden Nachfrage und hoher Tarifforderungen der Pilotengewerkschaft VC prüfe das Unternehmen eine Trennung vom Langstreckengeschäft der Tochter LTU.

HB FRANKFURT. "Die gesamte Langstrecke steht auf dem Prüfstand", sagte ein Firmensprecher. Der Prozess sei jedoch ergebnisoffen, als mögliche Optionen seien eine Ausgliederung oder ein Verkauf des Geschäfts vorstellbar. Air Berlin hatten den Ferienflieger LTU erst 2007 übernommen und damit einen Großteil ihres Langstreckennetzes hinzugewonnen.

Bereits in der ersten Jahreshälfte 2008 hatte Hunold wegen der stark steigenden Ölpreise das Langstreckengeschäft der Airline auf den Prüfstand gestellt und letztlich die erst kurz davor aufgenommenen Verbindungen nach China wieder eingestellt. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft bietet derzeit unter anderem Flüge in Tourismusregionen in der Karibik, Südostasien und in die USA an. Grund für die Erwägungen, sich von dem Geschäft zu trennen, sei die nachlassende Nachfrage bei touristischen Fernzielen, sagte der Sprecher.

Zudem habe die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) in den Tarifverhandlungen Forderungen aufgestellt, "die nicht in die wirtschaftliche Landschaft passen". Air Berlin habe den Piloten unter anderem eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2010 sowie eine Entgelterhöhung von 3,5 Prozent angeboten. Die Gewerkschaft sei darauf jedoch nicht eingegangen und habe die Verhandlungen für gescheitert erklärt.

VC war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge hat VC bereits eine Urabstimmung bei Air Berlin eingeleitet. "Bereits am letzten Märzwochenende sind die ersten Ausstände möglich", zitierte die Zeitung in einem Vorabbericht am Samstag einen Insider.

Die Überprüfung des Langstreckengeschäfts könnte somit auch eine Drohung an die Pilotengewerkschaft sein. Bereits im vergangenen Jahr hatte Hunold nach Flugbegleiterstreiks der Gewerkschaft Verdi bei dba die Flüge der Geschäftsreisetochter etwa zwei Wochen vor dem geplanten Aus kurzerhand eingestellt und die Maschinen nur mehr "nach Bedarf" starten lassen.

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