Fluggesellschaften
Air Berlin sieht sich auf Kurs

Die Branchenkrise schüttelt zwar auch Air Berlin kräftig durch – was unter anderem ein Verlust von rund 81 Millionen Euro im ersten Halbjahr zur Folge hat. Dennoch sieht sich Deutschlands zweitgrößte Airline auf Kurs: Die Zahlen aus dem zweiten Quartal deuten auf eine Erholung hin.

HB BERLIN. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin kämpft weiter mit der Wirtschaftsflaute, sieht aber eine postive Entwicklung. Nach dem ersten Halbjahr kam unter dem Strich ein Verlust von 81,4 Mio. Euro zusammen, wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus bei 51,8 Mio. Euro gelegen. Dabei wurde im zweiten Quartal ein Gewinn von 7,1 Mio. Euro erzielt (Vorjahr: 7,8 Mio. Euro).

Insgesamt aber schlägt sich Air Berlin im Vergleich zu vielen Konkurrenten trotz der sinkenden Reiselust wacker. Im zweiten Quartal legte der Betriebsgewinn stärker als von Analysten erwartet um ein Drittel auf 17,6 Mio. Euro zu. Der Nettogewinn schrumpfte leicht auf 7,1 nach 7,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, während der Umsatz um knapp vier Prozent auf 836,2 Mio. Euro zurückging.

Auch im Gesamtjahr rechnet Firmenchef Joachim Hunold unverändert mit einem steigenden operativen Ergebnis. Air Berlin profitiert dabei neben einem starken Standbein im Ferienflug vom Zulauf Geschäftsreisender, die durch die Wirtschaftskrise verstärkt von traditionellen Fluggesellschaften zu billigeren Anbietern wechseln.

Das Unternehmen hatte im Frühjahr 2008 seinen Expansionskurs aufgrund der damals dramatisch gestiegenen Treibstoffpreise abrupt gestoppt und seither die Kapazitäten insbesondere auf defizitären Strecken kontinuierlich zurückgefahren. Im zweiten Quartal ging das Angebot im Vorjahresvergleich daher um mehr als ein Zehntel zurück, während die Durchschnittserlöse zulegten. Im zweiten Halbjahr erwartet das Unternehmen bei einer weiter sinkenden Nachfrage stabile Erlöse.

Um auf mögliche Schwankungen der Ölpreise vorbereitet zu sein, hatte sich Air Berlin per Ende Juni knapp 76 Prozent des Treibstoffbedarfs für das laufende Jahr gesichert.

Die angestrebte Partnerschaft mit TUIfly im Städteflug will Air Berlin vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung zum 25. Oktober starten. Vergangene Woche hatte das Unternehmen signalisiert, sich statt der ursprünglich angestrebten Beteiligung von 19,9 Prozent an TUIfly auch mit 9,9 Prozent zufrieden zu geben.

Nach zunächst freundlicher Reaktion auf den Quartalsbericht sind die Aktien von Air Berlin am Dienstag ins Minus gedreht. Die Anteile an der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft sanken bis 10.30 Uhr um 2,25 Prozent auf 3,91 Euro. Sie hatten mit leichten Kursgewinnen bei 4,10 Euro eröffnet und waren bis 4,12 Euro gestiegen, bevor sie nach unten drehten. Marktteilnehmer begründeten dies vor allem mit dem jüngsten Kurssprung um gut 18 Prozent innerhalb von drei Handelstagen. Der Gesamtmarkt verzeichnete ebenfalls einen Rücksetzer und es gebe Gewinnmitnahmen.

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