Fluggesellschaften
Air France-KLM legt weitere Flugzeuge still

Air France-KLM kommt nicht aus den roten Zahlen: Der größte europäische Luftfahrtkonzern hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres einen Verlust von mehr als 400 Millionen Euro eingeflogen. Die Folge: Weitere Flugzeuge bleiben am Boden, und nach einem Zeitungsbericht sollen mehr Stellen wegfallen als bisher bekannt.

HB PARIS/ROISSY. Europas größte Fluggesellschaft Air France-KLM ist im ersten Geschäftsquartal tiefer ins Minus gerutscht als erwartet. Bei dem Nettoverlust von 426 Mio. Euro hätten auch ungünstige Verträge für Treibstoff-Hedging zu Buche geschlagen, teilte der Lufthansa-Rivale am Donnerstag mit. Air France leidet wie die Konkurrenz stark unter der Wirtschaftskrise. Jetzt hieß es, bei einem Aufschwung werde mit einer gewissen Stabilisierung des Umsatzes gerechnet. Zudem sei eine Reihe von Maßnahmen geplant, mit denen der Konzern wieder auf rentablen Kurs gebracht werden soll: neue Einschnitte im Frachtgeschäft, eine Überprüfung der Personalstärke sowie des Streckennetzes unter anderem in Europa.

In der Wintersaison will Air France-KLM deswegen weitere Teile seiner Flotte stilllegen. Vier Maschinen werden betroffen sein, hieß es. Die Kapazitäten sollten um weitere fünf Prozent sinken. Zudem werde man die Beschäftigtenzahlen anpassen. Zahlen nannte das Unternehmen nicht. Nach Informationen des Finanzblattes "La Tribune" von Anfang Juli will Air France-KLM jedoch deutlich mehr Stellen streichen als bekannt. Statt 2467 Arbeitsplätzen sollten bis 2011 jetzt 4480 von 54 700 Stellen wegfallen.

Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Minus von 227 Mio. Euro gerechnet. Im Vorjahresquartal flog Air France noch einen Gewinn von 149 Mio. Euro ein. Das ungünstige Kerosin-Hedging schlug den Konzernangaben zufolge mit 252 Mio. Euro zu Buche. Airlines schließen oft für einen Teil ihres erwarteten Treibstoff-Bedarfs Verträge, der ihnen die spätere Lieferung zu einem festgelegten Preis garantiert.

Bereits vor einer Woche hatte Air France einen Umsatzrückgang von mehr als einem Fünftel gemeldet. Daraufhin wurden Verluste prognostiziert. Vor allem bei den lukrativen Geschäftsreisen halten sich die Verbraucher derzeit zurück. Wie die Lufthansa am Mittwochabend bekanntgab, hat sie dies in der ersten Jahreshälfte in die roten Zahlen gedrückt.

Air France stellt sich noch auf eine längere Durststrecke im Passagiergeschäft ein: Bei einer Stabilisierung mit langsamer Erholung der Wirtschaft bis Ende des Jahres könne das Passagiergeschäft im zweiten Quartal weiter zurückgehen, wenn auch langsamer als im ersten Vierteljahr. Für die zweite Hälfte des Gesamtjahres rechnet die Fluggesellschaft mit einer Stabilisierung des Passagiergeschäfts im Vergleich zum Vorjahr. Eine Gewinnprognose wagte Air France nicht.

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