Fluggesellschaften
Alitalia versinkt immer tiefer in den roten Zahlen

Die Krise der italienischen Fluggesellschaft Alitalia spitzt sich zu. Das Personal hat in der vergangenen Woche bereits zweimal die Arbeit niedergelegt und droht mit weiteren Streiks. Die Gewerkschaften drängen auf einen Wechsel an der Unternehmensspitze und Politiker schlagen eine Partnersuche vor. Cathay Pacific gilt als möglicher Kandidat.

MAILAND. Vize-Premierminister Francesco Rutelli forderte diese Woche, Alitalia solle sich nach einer Allianz suchen, „aber statt sich in der Europäischen Union umzusehen, wo es bereits viel Konkurrenz gibt, sollte sie ihren Blick in den fernen Osten werfen“. Nach der Kapitalerhöhung zur Jahreswende hält der italienische Staat noch knapp die Hälfte der Alitalia-Aktien.

Die italienische Zeitung „La Repubblica“ hat die Fluggesellschaft Cathay Pacific aus Hongkong mit den Worten zitiert: „Wir sind immer daran interessiert, Möglichkeiten für kommerzielle Kooperationen mit anderen Unternehmen zu finden.“ Allerdings stellte Cathay gleichzeitig klar, dass es derzeit andere Prioritäten gibt: „Wir sind stark darauf fokussiert, die Übernahme von Dragonair abzuschließen.“ Alitalia wollte sich zu den Spekulationen nicht äußern.

Bisher ist die Partnersuche der Gesellschaft erfolglos verlaufen. Auch Air France-KLM, die bereits geringe Überkreuzbeteiligungen an Alitalia hält, hat bereits klar gemacht, dass sich die Geschäftsaussichten der Italiener verbessern müssten, bevor man über eine engere Anbindung nachdenken könne.

Doch die enttäuschenden Halbjahreszahlen, die die angeschlagene Fluggesellschaft vergangene Woche vorgelegt hat, geben wenig Grund zur Hoffnung: Das Unternehmen wird das Ziel, in diesem Jahr wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen, nicht erreichen. Nach einem Verlust von 167 Mill. Euro im gesamten Jahr 2005 hat die Fluggesellschaft im ersten Halbjahr 2006 bereits 221 Mill. Euro verloren.

Der Vorstandsvorsitzende Giancarlo Cimoli kündigte an, dass Alitalia in diesem Jahr wieder einen Verlust schreiben wird, voraussichtlich in Höhe des Vorjahres. „Wir haben die Möglichkeit einer Kehrtwende gesehen und sind von einem fehlenden Fortschritt auf allen Fronten außer beim Umsatz enttäuscht wurden“, kommentierte der Airline-Analyst Chris Reid die Ergebnisse der Airline.

Die Forderungen nach Cimolis Rücktritt werden immer lauter. Infrastrukturminister Antonio Di Pietro hatte festgestellt: „Das Management ist nicht gut genug. Es muss ausgewechselt werden.“ Erst im Frühsommer hatte die Regierung dem Vorstandsvorsitzenden Cimoli noch das Vertrauen ausgesprochen.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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