Fluggesellschaften: Alitalias offene Flanke

Fluggesellschaften
Alitalias offene Flanke

Nun ist es amtlich: Air France beteiligt sich an Alitalia. Mit dem Einstieg von der Franzosen verliert das Drehkreuz Mailand an Bedeutung. Das eröffnet Konkurrenten wie Lufthansa die Chance, Kunden in Italiens reichem Norden abzuwerben.

MAILAND/FRANKFURT. Der Einstieg von Air France-KLM bei Alitalia eröffnet neue Chancen für die konkurrierenden Fluggesellschaften im reichen italienischen Norden. Sie können nun versuchen, die Kunden am Mailänder Flughafen abzufangen, der mit dem Einstieg der Franzosen für Alitalia an Bedeutung verliert. Der Alitalia-Verwaltungsrat stimmte am Montag dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an die französisch-niederländische Fluggesellschaft zu. Für ein Anteil von einem Viertel zahlt Air France-KLM gut 320 Millionen Euro und damit deutlich mehr als zunächst erwartet.

„Der Einstieg von Air France-KLM bestätigt eindeutig die im vergangenen Jahr beschlossene Entscheidung, sich in Zukunft auf den Flughafen Rom zu fokussieren“, sagt der auf Luftverkehr spezialisierte Wirtschaftsprofessor der Universität Bocconi, Oliviero Baccelli. Während Alitalia lange Jahre eine Strategie mit zwei Drehkreuzen (Hubs) in Rom und Mailand geflogen ist, konzentriert sie sich nun stärker auf ihren Hub in Rom Fiumicino und weniger auf Malpensa. Das heißt, dass Fluggäste aus anderen Städten Italiens über Rom geleitet werden, um dort die Langstreckenflüge ins Ausland anzutreten.

Air France-KLM hat als neuer Partner ebenfalls kein Interesse an direkten Interkontinental-Verbindungen von Mailand. Schließlich profitieren die Franzosen davon, wenn sie Fluggäste aus dem reichen italienischen Norden über ihr Drehkreuz in Paris in die lukrativen Langstreckenflieger lotsen können.

Für Dritte öffnet dieses Szenario neue Möglichkeiten auf dem italienischen Luftfahrtmarkt: Sie können nun versuchen, Alitalia Marktanteile wegzuschnappen. Wenn die Mailänder ohnehin umsteigen müssen, um nach Asien oder in die USA zu fliegen, dann spielt es keine Rolle, ob sie in Rom, Frankfurt oder Dubai den Flieger wechseln.

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