Fluggesellschaften
American Airlines macht weiter Verluste

Die Zeiten bleiben für Fluggesellschaften schwierig. Der American-Airlines-Mutterkonzern AMR fliegt angesichts der schweren Branchenkrise in den roten Zahlen. Nun müssen die Kunden damit rechnen, dass Strecken gestrichen werden.

HB FORT WORTH. Der American-Airlines-Mutterkonzern AMR fliegt angesichts der schweren Branchenkrise weiter in den roten Zahlen. Der Verlust der zweitgrößten US-Fluggesellschaft lag im zweiten Quartal bei 390 Mio. Dollar (277 Mio Euro).

Wie die Konkurrenz setzt American Airines auf nochmals verschärfte Kürzungen im Flugplan. Nach AMR rechnen Analysten auch für die in den nächsten Tagen folgenden Bilanzen der Wettbewerber insgesamt mit Milliardenverlusten.

Vor einem Jahr hatte AMR wegen hoher Belastungen durch die Verkleinerung der Flotte sogar ein Quartalsminus von 1,5 Mrd. Dollar verbucht. Der Umsatz brach von April bis Juni erneut um 21 Prozent auf 4,9 Mrd. Dollar ein. „Die Herausforderungen unserer Branche gehen auch 2009 weiter“, sagte AMR-Chef Gerard Arpey am Mittwoch am Konzernsitz in Fort Worth (Texas).

Die großen US-Fluggesellschaften erleben in der Rezession gerade einen der steilsten Sinkflüge ihrer Geschichte: Die Passagierzahlen stürzen ab, Ticketpreise fallen, Kredite sind schwer zu bekommen. Selbst die zum Vorjahr stark gesunkenen Treibstoffpreise reichen nicht, um die Ausfälle auszugleichen. Einige suchten ihr Heil in Fusionen: So stieg Delta durch die Übernahme von Northwest zur neuen Nummer eins auf.

Bei einer weiteren Verschlechterung befürchten Experten eine neue Pleitewelle in der Branche. Die meisten großen US-Fluglinien hatten erst in den vergangenen Jahren über Insolvenzen Altlasten abgeworfen und so einen Neustart geschafft.

Mit am kritischsten sei die Lage bei den Lufthansa-Partnern United Airlines und US Airways. Gewinne sehen die Experten für das jüngste Quartal am ehesten bei den Billigfliegern - so etwa bei der Lufthansa-Beteiligung JetBlue oder beim Discount-Giganten Southwest. Im Sommer läuft das Geschäft von Fluggesellschaften normalerweise am besten.

Die großen US-Airlines haben bereits mit der Streichung zehntausender Jobs reagiert, ihre Flotten drastisch verkleinert und massiv Verbindungen gestrichen. Im Inland sind die Kapazitäten nun nach Branchenangaben so niedrig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr - und noch immer sind die Maschinen nicht ausgelastet.

American Airlines etwa reduziert seine Kapazitäten im laufenden Jahr um nochmals insgesamt fast acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den USA selbst verringert die Fluggesellschaft das Angebot sogar um neun Prozent. Analysten hatten bei AMR mit einem noch höheren Verlust gerechnet.

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