Fluggesellschaften
Auf dem Konsolidierungs-Karussell

Schnappt sich die Deutsche Lufthansa Alitalia oder British Airways die spanische Iberia oder Air-France Alitalia oder Lufthansa Iberia oder Air One Alitalia oder gar Aeroflot Alitalia? Nach einem Jahr des Sondierens und Verhandelns stehen Europas Fluggesellschaften vor einem Jahr der Entscheidungen.

DÜSSELDORF. Das Konsolidierungs-Karussell hat sich in diesem Jahr in der europäischen Luftfahrt schneller gedreht als ein Propeller. Wirklich passiert oder entschieden ist aber nichts. Alitalia prüft unverbindliche Angebote, und bei Iberia zeichnet sich eine spanische Lösung ab.

Im Jahr 2008 sollen endlich Entscheidungen fallen. Am Horizont tauchen auch schon die ersten Vorboten auf, dass die Ersten im Karussell noch näher aneinanderrücken werden. Der Weltluftfahrtverband IATA hat die Prognose für 2008 gesenkt. Nach 5,6 Mrd. Dollar in diesem werde die Branche im kommenden Jahr nur noch rund fünf Mrd. Dollar Gewinn einfliegen. "2008 werden die Karten in der europäischen Luftfahrt vermutlich neu gelegt", sagt Jürgen Ringbeck, Luftfahrtexperte der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton.

Eine Konsolidierung ist in der internationalen Luftfahrt ökonomisch sinnvoller und notwendiger denn je: Zum einen spielen in der von hohen Fixkosten geprägten Branche Größenvorteile eine entscheidende Rolle. Vor allem das Geschäftsmodell der Linienfluggesellschaften, Interkontinentalflüge nur von den eigenen Drehkreuzen anzubieten, gerät durch aggressive Angreifer und durch die neue Generation sparsamer Langstreckenjets wie den Dreamliner von Boeing unter Druck.

Zum Zweiten haben die Linienfluggesellschaften ein ausreichendes finanzielles Potenzial, um sich aktiv am Konsolidierungsprozess zu beteiligen. Air France -KLM könnte ohne eine Kapitalerhöhung Mittel in Höhe von drei Mrd. Euro lockermachen, Lufthansa über fünf Mrd. Euro. Im Fall der Fälle ließe sich die Finanzkraft noch durch das Heben stiller Reserven in der Flugzeugflotte sowie durch den Verkauf nicht betriebsnotwendiger Sparten wie Catering, Frachtgeschäft oder Terminals weiter erhöhen.

Drittens: Externe Schocks wie Terror, SARS-Seuche oder Ölkrise hängen als eine permanente Drohung über der Branche. Bis der derzeitige Superzyklus endet und die Bedingungen sich wieder verschlechtern, sollte die gröbste Integrationsarbeit geleistet sein, sprich: sollten sich die Synergien auf der Kosten- und der Erlösseite bemerkbar machen.

Viertens: Erste Erfahrungen können die Nummer eins und die Nummer zwei in Europa bereits vorweisen. Air France hatte die Konsolidierung 2002 durch die Fusion mit der niederländischen KLM angestoßen. Ihre Fortsetzung fand die Entwicklung 2005 durch die Übernahme der Swiss durch Lufthansa.

Fünftens: Wenn Lufthansa -Chef Wolfgang Mayrhuber oder Jean-Cyril Spinetta von Air France nicht weiter selbst die aktiven "Konsolidatoren" spielen, wird mit ihnen gespielt werden. Die Finanzinvestoren stehen vor dem Hangar. Mit ihren stillen Reserven in Form von Flugzeugflotten, Kreuz-und-quer-Beteiligungen in der Branche sowie nicht betriebsnotwendigen Töchtern wie Catering sind einige Fluggesellschaften fette Beute.

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