Fluggesellschaften
British Airways plant Welt-Airline

Das Fusionskarussell in der internationalen Luftfahrtbranche dreht sich immer schneller. British Airways (BA) spricht nun parallel zu den Verhandlungen mit der spanischen Iberia auch mit der australischen Qantas über eine Fusion. Kämen beide Zusammenschlüsse und noch die geplante Verbindung zu American Airlines zustande, so entstünde die erste wirklich globale Fluggesellschaft.

LONDON. Die Komplexität eines solchen Vorhabens wäre allerdings ohne Beispiel. BA teilte gestern Nachmittag mit, dass die Fluggesellschaft Fusionsgespräche mit Qantas begonnen habe. Die Initiative dazu sei von der australischen Seite ausgegangen. Die Briten waren von 1993 bis 2004 bereits Minderheitsaktionär bei Qantas. Der Börsenwert von BA liegt mit umgerechnet 2,1 Mrd. Euro knapp unter den 2,2 Mrd. Euro, die Qantas auf die Waage bringt. Auslöser der Gespräche könnte eine geplante Gesetzesänderung in Australien sein, die Ausländern den Besitz von 49 statt bisher 25 Prozent an Qantas erlauben soll.

Mit Iberia verhandelt BA schon seit Ende Juli über eine Fusion. War anfangs davon die Rede, dass BA an einer neu zu schaffenden Holding einen Anteil von etwa 65 Prozent halten würde, so hat sich inzwischen das Machtgleichgewicht deutlich zugunsten der Spanier verschoben. Iberia liegt mit einem Börsenwert von aktuell 1,9 Mrd. Euro nicht mehr weit von BA entfernt. Der Grund dafür ist vor allem das Pensionsdefizit von BA, das Ende März 1,5 Mrd. Pfund betrug und im Zuge der Finanzkrise stark gewachsen sein dürfte.

Die BA-Aktie, deren Wert sich im vergangenen Vierteljahr mehr als halbiert hatte, sprang nach der knappen Börsenmitteilung über die Fusionsgespräche in die Höhe. Sie stieg vorübergehend um 17 Prozent. Iberia stiegen um sieben Prozent.

Eine BA-Sprecherin sagte, die Gespräche mit Qantas liefen parallel zu denen mit Iberia. Ergebnis könne ein an den Börsen in London und Sydney notierter Konzern sein. In beiden Fällen sei nicht sicher, dass es zum Abschluss komme. Eine bestimmte Abfolge der Fusionen sei nicht geplant. Die Verhandlungen seien nicht exklusiv. Es gehe darum, eine globale Fluggesellschaft zu bilden.

BA hat zusätzlich noch in den USA eine kartellrechtliche Genehmigung für eine engere Kooperation mit American Airlines beantragt – eine Fusion ist nach geltender Rechtslage in den USA nicht möglich. Alle vier Unternehmen arbeiten in der Luftfahrt-Allianz Oneworld zusammen.

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