Fluggesellschaften
Die profitablen Megaflughäfen am Golf

Arabiens Flugindustrie wächst kräftig, in der Region entstehen immer mehr Megaflughäfen. Jetzt drängen die Airlines sogar an die Börse. Grund für die guten Geschäfte sind unter anderem die deutlich niedrigeren Personalkosten der Araber.
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BERLIN. Es ist der Fluch der Größe: Ob Schnee-Chaos in Europa oder Vulkanasche-Ausbruch auf Island – immer sitzen bei derartigen Störungen auch in Dubai, Abu Dhabi oder Doha Tausende Fluggäste fest. Denn dort haben die stark expandierenden arabischen Fluggesellschaften Emirates, Etihad und Qatar Airways ihr Drehkreuze, mit denen sie Asien und Europa verbinden.

Die neuen Zentren des Luftverkehrs sollen in den nächsten Jahren sogar noch größer werden. Um die Expansion zu beschleunigen, drängen die Golf-Airlines an die Börse. Qatar Airways-Chef Akbar al Baker kündigte jetzt einen Börsengang für „Anfang 2012“an: „Wir haben immer gesagt, dass wir einen IPO anstreben, sobald wir drei Jahre in Folge schwarze Zahlen geschrieben haben“, zitierte ihn die in Dubai erscheinende Tageszeitung „Gulf Times“. Dieser Zeitpunkt sei gekommen. Qatar Airways gehört bisher je zur Hälfte dem Emir von Katar und arabischen Privatinvestoren.

Auch andere Fluggesellschaften streben Investmentbankern zufolge an die Börse. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben, denn den Unternehmen geht es gut. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little ist Emirates Anfang Dezember mit seinen 15 Riesenflugzeugen Airbus A 380 sogar zur weltgrößten Fluggesellschaft auf Interkontinentalflügen aufgestiegen.

Emirates, Qatar und Etihad aus Abu Dhabi haben für die nächsten zehn Jahre nicht weniger als 525 Bestellungen oder Kaufoptionen für Großflugzeuge in ihren Büchern. Dagegen kommen Lufthansa, Airfrance-KLM und British Airways/Iberia gerade einmal auf 150 Order.

Das Wirtschaftsmagazin „Economist“ hat die Golf-Airlines schon zu „Herrschern über die neue Seidenstraße“ ausgerufen. „Keine andere nationale Airline der Welt wächst so schnell und hat so ambitionierte Ziele wie wir“, verkündet Etihad-Chef James Hogan. Branchenkenner sehen gerade beim konsequenten Einsatz von Großflugzeugen wie dem A 380 gewaltige Kostenvorteile durch vergleichsweise geringen Kerosinverbrauch. Außerdem hätten die Araber um etwa ein Drittel niedrigere Personalkosten als ihre westlichen Wettbewerber.

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber klagte unlängst über „die gewaltigen Subventionen für Airlines im Mittleren Osten“ – ein Vorwurf, den Etihad-Chef Hogan energisch zurückweist. Seine Firma, so Hogan, bekomme weder Subventionen noch Vergünstigungen bei Kerosin oder Fluggebühren.

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  • Um ein Drittel geringere Personalkosten?

    Nun ja, in Deutschland sind mehr als die Hälfte der Personalkosten Steuern und Sozialabgaben. Am Golf wird vielleicht ein gleich hoher Lohn bezahlt, bloß ohne all die Ausgaben für den Sozialstaat. ist das nun die Schuld der Fluggesellschaften dort?

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