Fluggesellschaften
Hängepartie für Alitalia

Die Agonie der angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia zieht sich weiter hin. Nach der misslungenen Ausschreibung hat das Unternehmen den bereits einmal verschobenen Termin für das Vorstandstreffen erneut vertagt. Der Regierung in Rom stehen nun mehrere Möglichkeiten offen.

MAILAND. Ursprünglich wollte das Management bereits am vergangenen Wochenende einen Plan für die Sanierung der Fluggesellschaft präsentieren. Die italienische Regierung hatte mit einer Ausschreibung versucht, sich von ihrer knapp 50-prozentigen Beteiligung an Alitalia zu trennen. Doch noch bevor der Termin auslief, haben sich alle Interessenten nach und nach zurückgezogen, zuletzt auch der römische Favorit Air One. Grund waren die Bedingungen, die die Regierung gestellt hat – unter anderem in Hinblick auf die Zusagen an die Mitarbeiter von Alitalia. Auch die Streiks der Gewerkschaften während des Verkaufsprozesses dürften die potenziellen Käufer verschreckt haben.

Der Regierung in Rom stehen nun mehrere Möglichkeiten offen: Sie könnte in bilateralen Gesprächen einen Käufer suchen, sich für die kommissarische Führung des Unternehmens entscheiden oder aber auch für den Konkurs. Noch haben sich die Regierungsmitglieder jedoch nicht auf das weitere Vorgehen einigen können.

Der Infrastrukturminister Antonio di Pietro will nicht lange fackeln: „Entweder werden sie verkauft oder sie melden Konkurs an“ forderte er. Auch der Verkehrsminister Alessandro Bianchi schloss am gestrigen Mittwoch die Option einer kommissarischen Führung aus, die etwa nach dem Zusammenbruch des Lebensmittelkonzerns Parmalat erfolgreich angewendet wurde. Alitalia habe noch zu viel Liquidität, als dass das so genannte Marzano-Gesetz greifen könnte, betonte Bianchi. Ende Mai verfügte Alitalia noch über 613 Mill. Euro – Mittel, die nach den damaligen Angaben des Unternehmens noch mehrere Monate ausreichen müssten.

Innerhalb der Regierung wird derzeit auch die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung erwogen. Damit könnte ein neuer Investor frisches Geld bringen, ohne ein Angebot für alle Aktien vorzulegen, und die Regierung würde gleichzeitig ihre Quote verringern.

Als mögliche Interessenten für Alitalia unter neuen Bedingungen gelten unter anderem Air France-KLM als auch die Deutsche Lufthansa. Die russische Aeroflot, die vor einigen Wochen aus dem Rennen aus Alitalia ausgestiegen ist, hat ebenfalls Interesse angemeldet, sollte die Regierung die Bedingungen ändern. Das gleiche gilt für die AP Holding, die die italienische Nummer zwei, Air One, kontrolliert und als letzte abgesprungen ist.

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