Fluggesellschaften
LTU wird erneut aufgetankt

Die seit Jahren defizitäre Ferienfluggesellschaft LTU rettet sich mit einer neuerlichen Finanzspritze in dreistelliger Millionenhöhe über den Winter. Geschäftsführer Jürgen Marbach teilte in einer Pressekonferenz mit, dem Düsseldorfer Unternehmen seien im Rahmen einer „umfassenden Refinanzierung“ Kredite über gut 200 Mill. Euro zugeführt worden.

DÜSSELDORF. Bereits Ende September hatte der Kölner Handelskonzern Rewe mit einem „substanziellen Beitrag“ (Marbach) in Form eines Darlehens ausgeholfen. Rewe, die 40 Prozent an der LTU hält, sucht seit Jahren erfolglos einen Investor für die traditionsreiche Fluggesellschaft. Deshalb musste jetzt die Deutsche Bank in London mit drei verschiedenen Darlehen einspringen. Um das volle Kreditvolumen abzusichern, half erneut das Land Nordrhein-Westfalen mit einer Bürgschaft aus. Weil der Betrag unterhalb von 25 Mill. Euro liege, müsse die Landeshilfe nicht von der EU in Brüssel abgesegnet werden, betonte Finanzchef Klaus Weirich. Schon 2001 hatte sich LTU nur über eine 100 Mill. Euro schwere Rettungsbürgschaft der nordrhein-westfälischen Landesregierung in der Luft gehalten.

Seitdem schreibt die Firma ununterbrochen Verluste – trotz Schrumpfkurs und diverser Sanierungsmaßnahmen. Handelsblatt-Informationen aus Unternehmenskreisen zufolge soll LTU auch 2005 wieder einen Nettoverlust im hohen zweistelligen Millionenbereich einfliegen. Marbach wollte keine Zahlen nennen: Der operative Verlust werde auf Vorjahresniveau liegen, sagte er nur. Um 2006 den Weg aus der Verlustzone zu schaffen, setzt der LTU-Chef auf Kosteneinsparungen, einen Ausbau des Langstreckenverkehrs sowie auf Preiserhöhungen: „Nur über Sparmaßnahmen wird es keiner Fluggesellschaft gelingen, die steigenden Kerosinkosten auszugleichen,“ sagte Marbach.

LTU wird von kostengünstiger operierenden Billigfliegern bedroht, die den Europaverkehr zusehends erobern. Ohne internationale Partner gilt aber auch die Flucht der LTU auf die Langstrecke als hoch riskantes Unterfangen.

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