Fluggesellschaften
Lufthansa legt Offerte für Austrian Airlines vor

Nun ist es getan: Die Deutsche Lufthansa hat ihre Offerte für die Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) vorgelegt. Nach dem langen Hickhack geht der Deal nun auch formell in eine neue Runde.

HB FRANKFURT/WIEN. Die Lufthansa geht die Übernahme der angeschlagenen Austrian Airlines (AUA) jetzt mit einem formellen Übernahmeangebot an. Je AUA-Aktie aus dem Streubesitz werden 4,49 Euro geboten, wie aus dem am Freitag veröffentlichten „freiwilligen Übernahmeangebot zur Kontrollerlangung“ hervorgeht.

Die Aktionäre können ihre Papiere vom 2. März bis 11. Mai der Lufthansa andienen, wie Deutschlands größte Fluggesellschaft am Freitag in Frankfurt mitteilte. Allerdings macht die Lufthansa die Übernahme weiterhin von der staatlichen Sanierungsbeihilfe von einer halben Milliarde Euro für die AUA abhängig, die die EU-Kommission noch nicht genehmigt hat. Auch eine insolvente AUA will die Lufthansa zu diesem Preis nicht kaufen.

Die Lufthansa hatte sich bereits im Dezember mit der österreichischen Staatsholding ÖIAG auf die Übernahme des Staatsanteils von 41,56 Prozent an der AUA geeinigt. Dafür zahlt die Lufthansa 366 000 Euro. Je nachdem, wie sich das Geschäft der österreichischen Fluggesellschaft und der Aktienkurs der Lufthansa entwickeln, kann die ÖIAG über einen sogenannten Besserungsschein auf insgesamt bis zu 164 Millionen Euro kommen.

Bei einer Komplettübernahme müsste die Lufthansa für die gesamte AUA im Höchstfall insgesamt gut 382 Millionen Euro auf den Tisch legen. Die Übernahme der AUA ist allerdings noch nicht von den Kartellbehörden genehmigt.

Nach der Übernahme soll die AUA eine selbstständige Gesellschaft mit Sitz in Österreich bleiben. Wesentlich sei dabei die Sicherung der Marke Austrian, hieß es seitens der Lufthansa. Als Vorbild wurde dabei in der Vergangenheit die Übernahme der Schweizer Fluggesellschaft Swiss angeführt.

Mit der Übernahme in Österreich würde die Lufthansa ihre Stellung als eine der größten Fluggesellschaften der Welt festigen. Die AUA zählte im Jahr 2008 etwa 10,7 Millionen Passagiere, die Lufthansa kam einschließlich der Swiss und mehrerer Regionalgesellschaften auf 70,5 Millionen Fluggäste. Die AUA hatte zuletzt allerdings massive wirtschaftliche Probleme und musste eine staatliche Nothilfe von 200 Millionen Euro in Anspruch nehmen. Die Lufthansa hingegen rechnet damit, dass ihr operativer Gewinn im vergangenen Jahr mit 1,3 Milliarden Euro fast genauso hoch ausfiel wie im Rekordjahr 2007.

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