Fluggesellschaften
Lufthansa will AUA komplett übernehmen

Dreieinhalb Jahre nach der Übernahme der Swiss expandiert die Deutsche Lufthansa nach Österreich. Die Fluggesellschaft will die angeschlagene Austrian Airlines (AUA) übernehmen, wie der Konzern am Mittwochabend mitteilte. Der Aufsichtsrat stimmte dem Erwerb von bis zu 100 Prozent der AUA-Anteile zu.

HB FRANKFURT. Die staatliche österreichische Beteiligungsgesellschaft ÖIAG soll demnach am Freitag der Fusion zustimmen. Danach sollen entsprechende Verträge geschlossen werden. Der Zusammenschluss steht unter Vorbehalt der Kartellbehörden.

Zunächst übernehme die größte deutsche Fluggesellschaft für 366 000 Euro die Staatsbeteiligung von knapp 42 Prozent. Abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung der AUA und der Entwicklung der Lufthansa-Aktie könne sich dieser Betrag auf bis zu 162 Mio. Euro erhöhen. Der Lufthansa-Aufsichtsrat habe dem Zukauf am Mittwoch zugestimmt. Die Verträge sollen am Freitag unterzeichnet werden.

Teil des Geschäftes ist laut Lufthansa eine Staatshilfe aus Österreich von 500 Mio. Euro für den Umbau der AUA. Das ist deutlich mehr als der geplante Kaufpreis.

Die österreichische Staatsholding ÖIAG hält derzeit 41,56 Prozent der AUA-Anteile. Lufthansa zahlt nach eigenen Angaben an die ÖIAG einen symbolischen Preis von 366 000 Euro. Sollte sich die Lage der AUA positiv entwickeln, ist aber ein Betrag bis zu 162 Mio. Euro mit einem sogenannten Besserungsschein möglich. Für die übrigen Anteile, die sich in Streubesitz befinden, will Lufthansa ein öffentliches Angebot im Gesamtvolumen von 215 Mio. Euro unterbreiten.

Die ÖIAG hat als staatlicher Eigentümer der Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) die Entscheidung der Lufthansa zur Übernahme begrüßt. „Die Zustimmung der Lufthansa-Gremien bestätigt die strategische und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit eines Zusammengehens für beide Unternehmen“, teilte die ÖIAG am Mittwoch in Wien mit.

Die AUA schreibt hohe Verluste und ist dringend auf neues Geld angewiesen. Die roten Zahlen könnten sich in diesem Jahr auf eine halbe Milliarde Euro summieren.

„Die Lufthansa als Partner für die AUA sichert nicht nur den Bestand von Marke und Arbeitsplätzen, sondern wird ihr auch langfristig den Zugang zu lebenswichtigen internationalen Passagierströmen bringen“, teilt der ÖIAG-Vorstandschef Peter Michaelis mit. Dies sei für das Streckennetz wie auch für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts von zentraler Bedeutung. Eigenständig hätte die AUA ihr Geschäftsmodell auf Dauer nicht halten können.

Die ÖIAG will am Freitag über den Verkauf an die Lufthansa beraten und bei einem positiven Ausgang auch schon die Verträge unterschreiben. Die EU-Kommission muss aber noch einer Finanzspritze von 500 Mio. Euro der ÖIAG an die AUA zustimmen.

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