Fluggesellschaften: Lufthansa will mit A380 China erobern

Fluggesellschaften
Lufthansa will mit A380 China erobern

Zwischen Europa und Asien ist die Lufthansa die Nummer eins. Und das soll auch so bleiben. Die Fluggesellschaft will auf den Strecken zu den neuen Märkten die Lufthoheit behalten. Dafür setzt die Lufthansa vor allem auf den A380. Jetzt trägt sogar eine Maschine den Namen der chinesischen Hauptstadt. Peking - ein Name wie ein Symbol.
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PEKING. Die Lufthansa will durch eine Stärkung des Chinageschäfts ihre Stellung als Marktführer auf europäisch-asiatischen Strecken ausbauen. „Wir wollen die Nummer eins in der Region sein“, sagt Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber in Peking anlässlich des ersten Flugs einer Großraummaschine vom Typ A380 in die chinesische Hauptstadt.

Der Einsatz des weltgrößten Flugzeugmodells auf der Strecke nach Peking bedeute bereits eine Ausweitung um 140 Sitze pro Flug im Vergleich zur Boeing 747, sagte Mayrhuber. „Dieser Anstieg ist jedoch noch bescheiden im Vergleich zur Entwicklung der chinesischen Wirtschaft.“ Die Lufthansa könne sich durchaus vorstellen, langfristig in China mehr Flughäfen anzusteuern als bisher. Es sei jedoch noch nicht über konkrete Ziele entschieden.

Den Verbindungen in den größten Wachstumsmarkt der Welt misst Mayrhuber besondere Bedeutung bei. „China ist ein Signalgeber für die Branche“, sagte er. Während der Weltwirtschaftskrise habe die Nachfrage aus China geholfen, den Durchhänger der Passagierzahlen abzufangen. Den A380 für die Chinastrecke hat der Bürgermeister der Landeshauptstadt gestern auf den Namen „Peking“ getauft – damit trägt erstmals eine Maschine der Lufthansa den Namen einer Stadt außerhalb Deutschlands. Eine Wahl mit Symbolwert: „Die Zukunft des chinesischen Marktes beginnt gerade erst“, so Mayrhuber.

Im vergangenen Jahr ist der chinesische Luftverkehrsmarkt um ein Fünftel auf 230 Mio. Passagiere gestiegen, wie aus Zahlen der chinesischen Flugaufsicht hervorgeht. Die Behörde rechnet in den kommenden Jahren mit einem Wachstum von rund 14 Prozent jährlich. Mit dem Aufstieg vieler Millionen Chinesen in die Mittelklasse wächst auch die Lust am Fliegen. Die Zahl der im Inland eingesetzten Flugzeuge werde sich in den kommenden 15 Jahren auf etwa 3000 Stück verdoppeln, schätzt Wang Chanshun von der Flugaufsicht.

Die Lufthansa zielt dabei in erster Linie auf Kunden, die professionell von Kontinent zu Kontinent reisen. „Bei der Ausstattung unserer A380 haben wir vor allem auf Funktionalität und Bequemlichkeit geachtet. Gerade die Vielflieger erwarten in erster Linie eine ruhige Umgebung“, sagte Mayrhuber. Er reagierte damit auf chinesische Kritik, den vielen Platz in der A380 eher spartanisch zu nutzen – Konkurrent Emirates beispielsweise betreibe an Bord eine Lounge mit Bar. Solche Einrichtungen nannte Mayrhuber „Geldverschwendung“, die nur zu störenden Gesprächen der Passagiere untereinander einlade.

Die Lufthansa bindet Peking seit 1980 an Frankfurt an, später kamen auf europäischer Seite München, Wien und Zürich hinzu. In China fliegt der deutsche Marktführer außerdem Shanghai, Guangzhou, Nanjing und Hongkong an. Jeder zehnte Lufthansamitarbeiter ist bereits in China angestellt. Asien ist für das Unternehmen die Region mit den höchsten Wachstumszahlen. Sie macht bereits ein rundes Viertel des Gesamtgeschäfts aus, wovon wiederum ein Drittel auf China entfällt.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

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  • Liebe Redaktion,
    bevor Sie morgen in Print gehen, sollten Sie vielleicht mal prüfen, in welchem deutschen bundesland denn die Stadt Hallifax liegen könnte... Fakt ist, Lufthansa hat nach 9/11 schon eine Maschine nach der kanadischen Stadt benannt, in der sie damals ihre Maschinen wegen Sperrung des amerikanischen Luftraums landen durfte. Der Titel im Handelsblatt am Abend "Premiere mit Peking" und die Aussage in ihrem Artikel: "damit trägt erstmals eine Maschine der Lufthansa den Namen einer Stadt außerhalb Deutschlands" ist daher nicht wirklich als Aushängeschild für gut recherchierten Journalismus zu werten...
    Herzliche Grüße, Jennifer Lenk

  • Es ist nicht ganz richtig, daß der A380 - Peking - die erste LH Maschine ist, die den Namen einer ausländischen Stadt trägt.
    Der A340 D-AiFC trägt den Namen Gander/Halifax. Der Name wurde vergeben als Dankeschön für die Hilfe der bewohner als nach dem 11. September alle Flüge grounded waren.

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